Sep 022014
 

Von Christian Bommarius  PDF   (Adobe Reader herunterladen)  Der Bundespräsident hat eine richtige Debatte zur falschen Zeit eröffnet und vergessen, seine durchaus interessante Botschaft mit dem entscheidenden Gedanken zu versehen. Selbstverständlich ist es nicht nur richtig, sondern dringend geboten, dass die Deutschen ihre gar nicht mehr neue, aber ihnen noch immer fremde Rolle in der Welt bedenken. Dass Joachim Gauck sie dazu ermuntert, international mehr Präsenz zu zeigen – in der Diplomatie, beim Schutz der Menschenrechte, mit der Beteiligung an internationalen Militäreinsätzen als “ultima ratio” -. ist nur insofern bemerkenswert, als die Deutschen dieser Ermunterung fast ein Vierteljahrhundert nach der [mehr]

Sep 022014
 

Von Daniela Dahn  PDF   (Adobe Reader herunterladen)  Reflektiertes Erinnern geht nicht ohne Sprache. Dabei ist es nicht ohne Belang, ob der Sprechende sich zu den Besiegten oder zu den Siegern rechnet. Im Sport gibt es da, anders als in der Politik, klare Kriterien: 7:1, Deutschland gegen Brasilien. Was für ein demütigendes Ergebnis vor der ganzen Weltöffentlichkeit für die Gastgeber, die oft ein sorgenvolles Dasein fristen. Und sich mit dieser Fußballweltmeisterschaft 2014 so viel Hoffnung auf etwas Freude und Stolz gemacht haben. Brasilien war bereit, aus der Staatskasse viel Geld für die Fußballfans aller Welt zu zahlen. Geld, das im Lande, [mehr]

Sep 012014
 

Von Hellmuth Karasek PDF Früher, aber das ist schon einige Donnerstage her und war vor der Erfindung des „Rücktritts” und des „Freilaufs”, früher also war „Radfahrer” ein Schimpfwort, so nannte man jemanden, natürlich nur einen Mann, der ein schleimiger und rücksichtsloser Karrierist war: nach oben buckeln und nach unten treten.  Später, in klimabedrohten, autoübervölkerten, voll geparkten Zeiten, avancierte der Fahrradfahrer zum Vorbild und Mustermann, ganz wie heute der Veganer trug er schon fast einen Heiligenschein. Man richtete ihm eigene Fahrradwege, und wehe ein Autofahrer wagte auch nur ein Stoßstangeneck hineinragen zu lassen. „Parke nicht auf unseren Wegen!” wurde ihm [mehr]

Sep 012014
 

Vor 20 Jahren: Sturm auf die Stasi-Zentrale in Berlin. Pfarrer Ulrich Schröter führte Opfer und Täter zusammen. Von Dieter Mechtel PDF   (Adobe Reader herunterladen)  Wer ihn anruft, wird von ihm aufmunternd hören: »Hier ist Schröter« Das heißt so viel wie: Ich bin da, ich stehe zur Verfügung, was immer Sie auf dem Herzen haben. »Hier ist Schröter« – das ist nicht nur ein Satz, das ist Lebensphilosophie. Geboren im Juni 1939 in Berlin in einer Pfarrerfamilie hat  noch Erinnerungen an den Krieg; das Kind sah den Feuerschein am Horizont – von der Schlacht bei Halbe. Der Jugendliche folgt seinem [mehr]

Sep 012014
 

Interview mit Oskar Negt PDF   (Adobe Reader herunterladen)  Herr Negt, Sie schreiben, das Wort vom “Leben begleitenden Lernen” sei überstrapaziert, die Sache aber verteidigen Sie. Welchen Stoff eignen Sie sich noch an? Den meiner Kindheit. Ich möchte etwas über die Flucht aus Königsberg und das Internierungslager in Dänemark schreiben, also über die erste Lebensphase, bis ich 1947 nach Deutschland zurückkam. Meine akademische und politische Geschichte ist in meinen Büchern zu finden. Im Augenblick interessiert mich, wie aus einem Bauernkind, das ein Trauma verkraften musste, etwas wird. Sie sind auf einem Schlitten geflüchtet, der mit Leichen bedeckt war.  Ich bin [mehr]

Sep 012014
 

Wer ins Flugzeug steigt, braucht von Klimaschutz nicht zu reden Von Cernot Knödler PDF   (Adobe Reader herunterladen)  Moral: Fliegen ist praktisch, dient der Verständigung, erhöht den sozialen Status und schadet immens der Umwelt. Das Umweltbundesamt ist in seiner Bewertung von Flugreisen nüchtern aber deutlich: „Fliegen ist die klimaschädlichste Art, sich fortzubewegen” stellt die oberste deutsche Umweltschutzbehörde fest. Den Deutschen ist das offenbar egal: Im Jahr 2012 starteten sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 77 Millionen Mal ins Ausland, 2006 waren es noch 67 Millionen Starts gewesen, 1990 bloß 26 Millionen – auf immerhin 23 Millionen Starts bringen es die [mehr]

Aug 222014
 

Mein Appell an das Volk Israels: Befreit euch, indem ihr Palästina befreit  Von Desmond Tutu  PDF    (Adobe Reader herunterladen)  In den vergangenen Wochen erlebten wir beispiellose Handlungen durch Mitglieder der Zivilgesellschaft rund um den Globus gegen die Ungerechtigkeit von Israels unverhältnismäßig brutaler Reaktion auf die Raketenabschüsse aus Palästina. Zählt man alle Menschen zusammen, die sich am vergangenen Wochenende versammelt haben, um Gerechtigkeit in Israel und Palästina zu fordern – in Kapstadt, Washington D.C., New York, Neu-Delhi, London, Dublin und Sydney, und all den anderen Städten – so war dies sicherlich der größte öffentliche Aufschrei für ein einzelnes Anliegen in [mehr]

Aug 212014
 

Zur Diskussion um deutsche Waffen und Einsätze der Bundeswehr am Beispiel Nordirak Versuch einer Intervention  Von  Olaf Simonsen, Glashütten im Taunus  PDF   (Adobe Reader herunterladen)  Die Charta der Vereinten Nationen und das Grundgesetz dürfen nicht verbogen werden!  Seit einiger Zeit sendet die Politik verstärkt Signale, dass sie einen Wechsel vorbereiten will von der bisherigen Politik der Nichtintervention in Krisengebiete hin zu einer “humanitären Intervention”. Begründet wird dies mit dem fragwürdigen Argument, die Bundesrepublik Deutschland müsse aufgrund ihrer Bedeutung mehr Verantwortung in der Weltpolitik übernehmen.  Für militärisches Eingreifen bemüht man den Deckmantel humanitärer Intervention  Diese Auffassung ist unverantwortlich. Sie verstößt [mehr]

Aug 212014
 

“Windelweiche Leitlinien” Der frühere Vize des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle warnt: Das neue Außenwirtschaftsgesetz soll bloß die Rüstungsindustrie beschäftigen.  PDF  (Adobe Reader herunterladen)  taz: Herr Simonsen, die Regierung will das Außenwirtschaftsgesetz bloß “entschlacken”. Warum sorgen Sie sich? Olaf Simonsen: Die Bundesregierung und das Parlament verhandeln nicht die wahren Gründe, warum das Außenwirtschaftsgesetz umgeschrieben wird. “Entschlackung“ heißt in Wirklichkeit: Nicht Frieden und Sicherheit sollen Kriterien der Rüstungsexporte sein, sondern die Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen. Das Problem der Auslastung der Rüstungsbetriebe bei verminderter Nachfrage der Bundeswehr soll dadurch gelöst werden. Wo ist die Neuigkeit? Bislang hat das Gesetz bei einer Genehmigungsquote von 98 [mehr]

Aug 182014
 

Dokumente zur unterstellten Stasitätigkeit von Willibald Jacob  PDF der Orginaldokumente PDF dieser Webseite (Adobe Reader herunterladen)  “Enttarnt: Stasi-Pfarrer sitzt im Bundestag” in “Bild” vom 20.08.1997 Beschluss des Landgerichts Hamburg vom 27.08.1997 “Einer, der in kein Schubfach passt” in “Neues Deutschland” vom 19.09.1997 “Sie hielten uns damals für dumm und heute wieder” von Willibald Jacob, veröffentlicht im “Peene-Blitz” am 21.09.1997 “Anhaltspunkte für eine Stasiverstrickung des Bundestagsabgeordneten Dr. Willibald Jacob werden nicht festgestellt” in der Pressemitteilung des Deutschen Bundestages vom 12.12.1997  Links                                        [mehr]