Okt 292014
 

Jüdisch Aufwachsen in Lahore und in einem Internierungslager Von Gabe Friedman  PDF   (Adobe Reader herunterladen)  Als Hazel Kahan im Jahr 2011 zum ersten Mal nach 40 Jahren nach Lahore, Pakistan, zurückkam, hatte sich die Heimat ihrer Kindheit ganz verändert. Ihr erstes Zuhause, früher ein Herrenhaus aus ocker-gelbbraunem Gestein mit blühenden Ranken bedeckt, war jetzt weiß angestrichen und von einer Familie der Rokhri, einer der mächtigsten politischen Clans Pakistans, bewohnt. Das zweite Haus, in dem ihre Eltern eine medizinische Klinik betrieben hatten, war jetzt das Sanjan Nagar Institute of Philosophy and Arts, ein Institut für Philosophie und Kunst, geworden. Nachdem sie [mehr]

Okt 152014
 

Früher hat SPD-Chef Sigmar Gabriel die Sparpolitik kritisiert. Jetzt argumentiert er selbst neoliberal. Von Stephan Hebel  PDF   (Adobe Reader herunterladen) Befänden wir uns im September 2013 und nicht im Oktober 2014, dann hätte Sigmar Gabriel am Dienstag etwa Folgendes gesagt: “Die Politik der konservativen deutschen Bundesregierung hat alle Länder Europas zeitgleich in eine reine Kürzungs- und Austeritätspolitik ohne jeden Wachstumsimpuls gezwungen. In der Folge bricht das Wirtschaftswachstum Europas ein. Statt sinkender Schulden explodieren die Staatsschulden Europas ebenso wie die Arbeitslosigkeit in fast allen Ländern Europas.” Wäre Gabriel nicht Wirtschaftsminister, sondern nur SPD-Vorsitzender, dann hätte er noch hinzugefügt: “Vor allem [mehr]

Okt 052014
 

PDF   (Adobe Reader herunterladen) Von den drei Bergorten im Süden Indiens – Ootacamund, Kodaikanal und Yercaud – ist Kodaikanal (16.500 Einwohner) ohne Zweifel der schönste. Er hat gegenüber Ooty zudem noch den Vorteil, dass die Temperaturen auch im Winter nie so tief sinken, dass man einen Pullover benötigt. Die Stadt liegt am südlichen Rand der Palani Hills, ungefähr 120 km nordwestlich von Madurai, eingebettet in dicht bewaldete Hügel, Wasserfälle und steil abfallende Felsen. Einige Ausblicke von den Gipfeln der Hügel in Richtung Süden sind so schön, dass Sie Vergleichbares in Indien lange suchen müssen. Um diese Aussicht genießen zu [mehr]

Sep 302014
 

Vor dem Gewitter: In “Der Nachsommer” entwirft Adalbert Stifter das Bild eines vollkommenen Lebens Von Andreas Bernhard PDF   (Adobe Reader herunterladen) Bald wird ein Sturm kommen: Im “Nachsommer” scheint das Versprechen der vormodernen Welt noch einmal auf.  Im schönsten Roman deutscher Sprache passiert so gut wie nichts. Was man “Handlung” nennt, ließe sich in Adalbert Stifters “Der Nachsommer”, 1857 erschienen, ohne weiteres mit einem einzigen Satz zusammenfassen: Der Ich-Erzähler, ein junger Naturforscher, kommt aus Furcht vor einem Gewitter in einem Landhaus unter, freundet sich bei weiteren Aufenthalten mit dem älteren Besitzer an und heiratet schließlich dessen Ziehtochter. Bis auf [mehr]

Sep 202014
 

Über das intellektuelle Erschlaffen im Internet-Zeitalter Von Manfred Spitzer Im Februar dieses Jahres wurde in den USA eine Studie an insgesamt 1021 Internet- und Computer-Experten durchgeführt, die gefragt wurden, wie sich digitale Informationstechnik (IT) insgesamt auswirken dürfte. “Im Jahr 2020 werden die Gehirne von Multitasking betreibenden Teenagern und jungen Erwachsenen anders ›verdrahtet‹ sein als die Gehirne der Menschen über 35 Jahre” wurde zunächst festgestellt. Dann sollten sich die Experten zwischen einer positiven und einer negativen Sicht entscheiden, die wie folgt formuliert waren: Entweder: “Dies wird insgesamt positive Auswirkungen haben. Sie leiden nicht unter kognitiven Einbußen, während sie rasch mehrere [mehr]

Sep 132014
 

Krise in der Ukraine ist die Schuld des Westens Auszug aus Deutsche Wirtschafts Nachrichten vom 31.08.2014 PDF    (Adobe Reader herunterladen)  Das Council on Foreign Relations sieht die Hauptschuld für die Eskalation in der Ukraine beim Westen. Die Einkreisung Russlands durch die NATO, die Expansion der EU und der – durch den Westen finanzierte Umsturz in Kiew hätten die Krise ausgelöst. Die ständigen Schuldzuweisungen an Putin seien deshalb falsch. Einer der weltweit führenden Think Tanks, das Council on Foreign Relations, sieht die Hauptschuld an der Eskalation in der Ukraine bei den westlichen Mächten. Die ständige Schuldzuweisung an Russlands Präsident Putin [mehr]

Sep 082014
 

Ist es noch politisch korrekt, von Altweibern zu reden? Oder vom Indian Summer in den USA? Da haben es die Franzosen viel leichter! Von Hellmuth Karasek  PDF   (Adobe Reader herunterladen)  Jetzt sind wir mitten in der Zwischenjahreszeit, die ich mich nicht zu benennen traue. Es ist die kurze und schöne Zeit zwischen Sommer und Herbst. In diesem Jahr war sie, jedenfalls bis gestern, strahlend und seidenblau schön – wie auch der Sommer hier im Norden (ein Hähä! ins verregnete München! Nur kein Neid. Dafür haben wir zur Strafe den HSV). Also: Früher sagte ich zu den wehmütigen und noch [mehr]

Sep 072014
 

Die Domgemeinde Bremen stellt ein Plakat gegen israelkritische Demonstration auf – Kritik an einseitiger Sichtweise Jeden Sonnabend versammelt sich vor dem St Petri Dom eine kleine Schar Demonstranten zur “Mahnwache für Palästina”. Die Domgemeinde kann dagegen nichts tun, will sich aber nicht vereinnahmen lassen. Deshalb geht sie jetzt mit einem Plakat auch öffentlich auf Distanz.  Von Matthias Lüdecke Seit Jahren gehört sie am Sonnabend zum gewohnten Bild: Eine kleine Gruppe Demonstranten, die vor dem Dom eine “Mahnwache für Palästina” abhält – und dabei vor allem die Politik Israels kritisiert. “Gerechtigkeit für Palästina – Druck auf Israel” steht dann etwa [mehr]

Sep 062014
 

Von Christian Bommarius  PDF   (Adobe Reader herunterladen)  Der Bundespräsident hat eine richtige Debatte zur falschen Zeit eröffnet und vergessen, seine durchaus interessante Botschaft mit dem entscheidenden Gedanken zu versehen. Selbstverständlich ist es nicht nur richtig, sondern dringend geboten, dass die Deutschen ihre gar nicht mehr neue, aber ihnen noch immer fremde Rolle in der Welt bedenken. Dass Joachim Gauck sie dazu ermuntert, international mehr Präsenz zu zeigen – in der Diplomatie, beim Schutz der Menschenrechte, mit der Beteiligung an internationalen Militäreinsätzen als “ultima ratio” -. ist nur insofern bemerkenswert, als die Deutschen dieser Ermunterung fast ein Vierteljahrhundert nach der [mehr]

Sep 052014
 

Von Daniela Dahn  PDF   (Adobe Reader herunterladen)  Reflektiertes Erinnern geht nicht ohne Sprache. Dabei ist es nicht ohne Belang, ob der Sprechende sich zu den Besiegten oder zu den Siegern rechnet. Im Sport gibt es da, anders als in der Politik, klare Kriterien: 7:1, Deutschland gegen Brasilien. Was für ein demütigendes Ergebnis vor der ganzen Weltöffentlichkeit für die Gastgeber, die oft ein sorgenvolles Dasein fristen. Und sich mit dieser Fußballweltmeisterschaft 2014 so viel Hoffnung auf etwas Freude und Stolz gemacht haben. Brasilien war bereit, aus der Staatskasse viel Geld für die Fußballfans aller Welt zu zahlen. Geld, das im Lande, [mehr]