Mai 162017
 
Pfarrer Thomas Müntzer und die deutschen Bauernkriege

Thementag zum Reformationsjubiläum am 27. Mai 2017 in Magdeburg

Von Pfarrer Dr. Willibald Jacob

Inhalt

Einleitung – 27. Mai 1525 
1. Der neue Gottesdienst 
2. Müntzer und die politische Ökonomie der Bauern 
3. Reformatorische Theologie und Sozialethik der Bauerngemeinden 
Ausblick – Werner Tübke 
Anhang – Die zwölf Artikel der schwäbischen Bauern 1525 
Anmerkungen 
Literatur zum Weiterlesen 
Links


Einleitung – 27. Mai 1525

443 Jahre nach der Hinrichtung von Thomas Müntzer am 27. Mai 1525 erschien die erste kritische Gesamtausgabe seiner Schriften1. 443 Jahre hat die protestantische Christenheit gebraucht, hat die evangelische Theologie benötigt, um Thomas Müntzer wenigstens wissenschaftlich zu würdigen. Dazu hat der Druck der marxistischen Geschichtsschreibung2 entscheidend beigetragen, dazu gehört auch das künstlerische Schaffen von Werner Tübke mit seinem Bauernkriegs-Panorama bei Frankenhausen, aber auch die Befreiungskämpfe der Bauern und Arbeiter in Asien, Afrika und Lateinamerika im 20. Jahrhundert.

 

Auch in Europa haben wir dazugelernt. Wir studieren nicht mehr nur Texte, sondern auch Kontexte. Wir fragen nach gesellschaftlichen Situationen, um das Rechte tun zu können, ja um recht beten zu können.

Und nun das Eigentümliche: Wir erleben in diesem Jahre 2017 ein Reformationsjubiläum, das sich auf Martin Luther konzentriert. Wo bleiben die anderen Reformatoren? Es wird der Auswertung dieses Jubiläums vorbehalten sein zu beschreiben, was da in unseren Tagen geschehen ist. Um nicht völlig der Engführung des Reformationsgeschehens auf Martin Luther und die Wittenberger zu erliegen, wenden wir uns heute und hier in Magdeburg Thomas Müntzer zu. Dabei kann die alte und in Bibliotheken greifbare Literatur zum Bauernkrieg des 16. Jahrhunderts hilfreich sein; z.B. der Pfarrer Wilhelm Zimmermann3, ein Teilnehmer der 1848er Revolution und Friedrich Engels4, der auf ihm fußt. Ernst Bloch wirft den Blick des Philosophen im 20. Jahrhundert auf Thomas Müntzer, den Revolutionär5.

 

Eine Besonderheit für unser Thema ist die Gruppe der marxistischen Historiker zu Zeiten der DDR, die sich auf das Gespräch und den wissenschaftlichen Austausch mit evangelischen Theologen und Reformationshistorikern6 einließen . Eine reife Frucht dieses fast 10jährigen Dialogs ist die grundlegende Biographie „Thomas Müntzer – Neu Ordnung machen in der Welt“ von Siegfried Bräuer und Günter Vogler7.

Hinführend zum Leben und Werk Thomas Müntzers beschreiben sie die Situation an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert:

„In vielen Städten opponierten Bürger gegen patrizische Räte, und am Oberrhein und im Elsass verschworen sich Untertanen im Zeichen des Bundschuhs, um gegen feudale Bedrückungen anzukämpfen.

Diese Entwicklung korrespondiert mit dem Bemühen um eine vertiefte Frömmigkeit, aber auch einer heftigen Kritik an Gesellschaftlich und Kirche, einem regen geistigen Leben, das Impulse von der Verbreitung des Buchdrucks, dem Wirken der Humanisten und dem künstlerischen Schaffen im Zeichen der Renaissancekultur erhielt. Die Umbrüche und die Erwartung einschneidender Veränderungen stärkten zudem das Bewusstsein, in einer Endzeit zu leben.“8

Für unseren Zweck einer ersten Annäherung an Thomas Müntzer konzentriere ich mich

  1. auf die Zeit seines Wirkens als Gemeindepfarrer in Allstedt, einer Ackerbürgerstadt bei Sangerhausen mit einem kurfürstlichen Schloss,
  2. auf die theoretische Arbeit der Bauernversammlungen in Südwestdeutschland und
  3. auf deren Theologie und Sozialethik.

1. Der neue Gottesdienst

Die Gemeinde der St. Johanneskirche war für Thomas Müntzer der Anlass zur Schaffung eines neuen Gottesdienstes im Jahre 1523, der sog. Deutschen Messe. Vier Jahre später (1527) werden 74 Einwohner angegeben, die in diesem Kirchenbezirk lebten. Das stelle man sich vor: Ein Pfarrer für 74 Menschen! Ihr Verständnis aber des Gottesdienstes erschien unbefriedigend. Eine Übersetzung der lateinischen Liturgie musste her. Müntzer aber tat mehr. Er dichtete Lieder in deutscher Sprache in Anlehnung an alte Kirchengesänge; und das vor Luther. Ein Lied von ihm steht in unserem heutigen Gesangbuch9, andere sind im Verlauf der Jahrhunderte unterdrückt worden. Das Liedschaffen Müntzers war eine enorme Herausforderung für Martin Luther, der reagieren musste. Sein erstes Lied entstand ebenfalls 152310.

Thomas Müntzer wandte sich während der Liturgie nicht mehr dem Altar zu. Er stand der Gemeinde gegenüber und betete mit ihr zu Gott durch den gegenwärtigen Geist in ihrer Mitte. Und er ging einen Schritt weiter. –

Bis heute ist es so: Wenn die Gemeinde in einem allgemeinen Bekenntnis ihre Sünden, ihre Schuld und Irrwege bekannt hat, dann spricht ihr der Pfarrer (Priester) die Vergebung zu – im Namen Gottes durch Jesus Christus.

Was lesen wir bei Thomas Müntzer? Der Priester bekennt im Gegenüber zur Gemeinde sein Unrecht, die Gemeinde vergibt ihm. Eine Umkehrung des Verhältnisses im Zentrum des Gottesdienstes. Das, scheint mir, ist die eigentliche Reformation, eine Revolution.

Stellt Euch vor: Bischöfe und Konsistorialräte, Kardinäle und der Papst bekennen ihr Unrecht, ihre Irrtümer und Fehlentscheidungen vor den Gemeinden. Der Christenheit wäre viel erspart geblieben. Auf alle Fälle hätte ein permanentes Nachdenken eingesetzt. Der mündige Mensch wäre schon vor Dietrich Bonhoeffer zum Thema geworden. Welche Vollmacht hat die Gemeinde?

2. Müntzer und die politische Ökonomie der Bauern

Thomas Müntzer war als Prediger und Pfarrer in Jüterbog, Zwickau, Allstedt und Mühlhausen tätig. An allen Orten entstanden Schwierigkeiten mit den alten Autoritäten, Klöstern, Ratsherren und Grafen. In Allstedt verboten die Grafen von Mansfeld ihren Untertanen den Besuch der Gottesdienste bei Müntzer. Es kam zum Konflikt. Zu seinen Gottesdiensten kamen bis zu 2000 Menschen, nicht nur Bürger, sondern Bauern aus dem Umland von Allstedt und Bergleute. Die Grafen setzten Soldaten ein, um den Zulauf zu verhindern. Müntzer gründete einen Schutzbund von etwa 300 Männern. Die Unterstützung durch die Frauen war enorm, was sich noch lange nach Thomas Müntzers Tod auswirken sollte.

Aber: Das Ungleichgewicht der Kräfte war zu groß. Thomas Müntzer floh aus der Stadt, stieg über die Stadtmauer und wandte sich nach Süddeutschland, wo sich im Hegau und im Klettgau die Bauern erhoben hatten. Erstmals wird am 23.9.1524 in einem amtlichen Bericht an den Hofrat in Innsbruck von „Bauernkrieg“ gesprochen. Hier lernt Müntzer, wie aus Forderungen von Bauern ein Verfassungsentwurf für das ganze deutsche Reich wurde. Es war im Reich in dieser Zeit üblich, Forderungen in „Artikel“ zu gießen. So konnte verhandelt werden.

Die bekanntesten sind die 12 Artikel der Schwäbischen Bauern. In ihnen wird zusammenfassend aufgenommen, was auch in Thüringen strittig war, z.B. die freie Pfarrerwahl, angemessene Steuern, keine Wucherzinsen, öffentliche Rechtsprechung, Nutzung für jeden von Wiesen, Gewässern, Wäldern und der Jagd. Mit diesem letzten Punkt wurde die sog. Allmende angesprochen, der Gemeinnutz oder das Gemeineigentum. Damit sind wir nach fast 500 Jahren und nach allen Revolutionen und Konterrevolutionen dieser Zeit bei den Artikeln, den Forderungen, die bis heute uneingelöst sind. Ulrike Strerath-Bolz hält in ihrem Müntzer-Buch von 201411 , die 12 Artikel der Schwaben für das erste Einklagen von Menschenrechten in Deutschland.

Wir wissen, wie die Sache am 15. Mai 1525 bei Frankenhausen ausging. Die „großen Hansen“ bekannten keineswegs ihre Sünden mit der ganzen Gemeinde, sondern sie begannen zu morden. 5000 Erschlagene auf Seiten der Bauern. Die gräflichen Landesknechte verloren sechs Mann. Das Morden ging in den Folgejahren in ganz Deutschland weiter. Etwa 70000 Menschen kamen um. Wellenweise verließen Hunderttausende die deutschen Lande in Richtung Amerika und Russland. Der Weg der deutschen Untertanen hatte begonnen, der Weg Deutschlands in den Untertanenstaat. Erst 1848 wurde es ansatzweise wieder anders.

Anders verlief die Geschichte in Schweden und der Schweiz. Dort wurden die Bauern nicht besiegt und massakriert. Ihre Siege über den Adel eröffneten ihnen die Wege in die entstehenden Parlamente. So wurde Demokratie schon früh auf eine breite Basis gestellt. Europa hat das positiv zu spüren bekommen.

Heute spüren wir schmerzlich das Defizit unserer Situation; wir erkennen mehr und mehr die unerledigten Aufgaben. Wir erkennen, ähnlich wie Thomas Müntzer vor fast 500 Jahren, dass wir in einer Endzeit leben. Um bestehen zu können, ist die Veränderung des Menschen „durch den Geist Gottes“ von Nöten, ein schmerzlicher Wandel von innen.

Gleichzeitig fragen mehr und mehr Menschen nach den angemessenen Strukturen, um die Menschenrechte zwischen ausbeuterischer Ökonomie und aggressiv-kriegerischer Politik zu sichern. Menschen fragen auf’s Neue nach einer solidarischen Ökonomie. Der „Gemeine Mann“ tritt in Gestalt einer Zivilgesellschaft und einer Öffentlichkeit auf den Plan, die endlich ihr Recht einfordert, gegen die „Wucherer“ und die „Landsknechte“ unserer Zeit. Nach 500 Jahren eine Stimme unter vielen:

„… warum bleibt der durch die Geschichte sich nagende Zweifel am Privat-(Raub-)Eigentum? Nach Katastrophen ist immer wieder die lawinenartige Wirkung des Privateigentums erlebt und beschrieben worden; dass es zwangsläufig nicht ausgewogen bleibt und alles und alle in die Krise zieht… Sollten wir nicht aus den Katastrophen zweier Weltkriege endlich Schlussfolgerungen ziehen…? … Natürlich sollte allen, die solche Schritte hoffnungsvoll angehen, bewußt sein, dass in einer globalisierten Welt die Vergesellschaftung von Grund und Boden sowie die von Geldverkehrsgewinnen nur weltweit möglich sind… Wenn man sich nicht strukturell um eine gerechtere Welt müht, lohnen sich ethische Ermahnungen nicht; die bestehende Welt wird bei der derzeitigen Eigentumsstruktur immer ungerechter, und das zwangsläufig…“12

In dieser Situation wird Thomas Müntzer zu einem Mahner und „Botenläufer Gottes“. Er sollte wiederentdeckt werden. Er war der einzige prominente Märtyrer der Reformation in Deutschland.13 Anders als Ulrich Zwingli fiel er nicht als Soldat in der Schlacht. Er wurde auf der Flucht gefangen genommen, von den Grafen von Mansfeld verhört, gefoltert und vor Mühlhausen durch das Schwert enthauptet. Sein Verhör führte nicht zur Gerichtsverhandlung. Das Verfahren wurde ihm verweigert, es wäre wohl auch für die Fürsten peinlich geworden. – Der Mord durch Drohnen ist einfacher zu handhaben als ein Gerichtsverfahren. –

Thomas Müntzer erinnert durch sein Wort, durch seine Entscheidungen und durch seinen Tod daran, dass eine andere Welt nicht ohne Leiden, Rückschläge und Scheitern zu haben ist. „Unsere Enkel fechten’s besser aus. Neu Ordnung machen in der Welt. Eine andere Welt ist möglich.“14

3. Reformatorische Theologie und Sozialethik der Bauerngemeinden

Reformationshistoriker aller Couleur entdecken heute mehr und mehr den eigenständigen theoretischen Beitrag der Bauerngemeinden zur Reformation. In Zusammenarbeit mit Juristen und Theologen formulierten sie ihre Artikel im gesamten Aufstandsgebiet, von Tirol über Kempten, Memmingen, Solothurn und Luzern bis ins Elsass, nach Erfurt und Mühlhausen. Gegen die ausufernde Leibeigenschaft werden Freiheit und Gleichheit aller Menschen ins Feld geführt. Denn: Christi Tod gilt für alle, die Nächstenliebe verbindet alle, das göttliche Recht und Seine Gerechtigkeit sind aus der Heiligen Schrift abzuleiten: der Beginn einer reformatorischen Sozialethik.

Peter Blickle, Professor an der Universität Bern beschreibt die Fragen eines anonymen Beraters der Bauern, dessen Flugblatt in Nürnberg gedruckt wurde:

„Wie sind Herrschaft und Obrigkeit legitimiert? Wann verlieren sie ihre Legitimität? Wie wird illegitime Herrschaft beseitigt? Was tritt an ihre Stelle?“ – „Die Legitimationsmuster der aufständischen Bauern, Freiheit und Göttliches Recht, nehmen in dem anonymen Traktat eine überwältigende Breite ein. Tyrannen sind immer solche, die Menschen zu Leibeigenen machen. Vertreibt man sie nicht, wird die Zukunft zur Hölle.“15

Nach den Niederlagen der Bauern in allen Schlachten beobachten wir eine eigentümliche Bewegung: Aus den Verlierern gingen weithin Pazifisten hervor. Von der hussitischen Bewegung trennen sich die Herrnhuter Brüder16. Die Täuferbewegung bringt Mennoniten und Baptisten hervor17, in der Folge weltweite sog. Frei- und Friedenskirchen. Wie ist das zu erklären? Aus den Quellen ist zu entnehmen: Die Bauern wollten den Krieg nicht. Die obrigkeitliche Macht zwang sie in die Leibeigenschaft. Sie reagierten auf den „Krieg von oben“. Es war ein „Krieg“ um menschliche Freiheit und um die Ergebnisse menschlicher Arbeit.

Ausblick – Werner Tübke

Über viele Stufen führt der Bauernkrieg des 16. Jahrhunderts hin zum konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in unseren Tagen.

„Immerhin gehört der Bauernkrieg heute unter die Daten, über die man sich seiner eigenen Identität vergewissert, nicht in der Schweiz, aber in Deutschland. Das wird so bleiben…, so lange Frankenhausen seine Ausstrahlung behält, und sie wächst von Besuch zu Besuch. Selbst die wildesten Bilderstürmer haben Frankenhausen nicht in die Debatte um den Palast der Republik in Berlin mit einbezogen. Das liegt vermutlich weniger daran, dass in Frankenhausen nicht Asbest am Bau verwendet wurde, sondern ´Utopien`…

Der Traum der Freiheit – nochmals wird er nach 500 Jahren als ein Thema aus der Geschichte in die Gegenwart vermittelt. Mit einer großen Gebärde holt Werner Tübke eine der kräftigsten und schöpferischsten Zeiten ins Heute… Nirgendwo in Deutschland ist die bürgerliche Revolution von 1848 so präsent wie die Revolution des Gemeinen Mannes von 1525 in Frankenhausen. Als Kunstwerk kann es die Paulskirche in Frankfurt mit dem Schlachtberg in Frankenhausen nicht aufnehmen. So setzt die Kunst listig und subversiv ihre Maßstäbe für eine historische Gerechtigkeit.“18

Uns bleibt das Thema umzuformulieren: Nicht Pfarrer Thomas Müntzer und die deutschen Bauernkriege, sondern der Bauernkrieg und einer seiner Interpreten – Thomas Müntzer.


Anhang

Die zwölf Artikel der schwäbischen Bauern von 1525

nach Wilhelm Zimmermann19

Im ersten Viertel des Jahres 1525 entstand in Oberschwaben eine kleine Reihe von bauerschaftlichen Forderungen, die sich unter dem Namen der „zwölf Artikel“ berühmt machten; gedruckt verbreiteten sie sich seit dem Monat März, trotz des Verbotes in Bayern und Österreich, mit Blitzesschnelle durch ganz Deutschland; die gedruckten Exemplare wurden als ein allgemeines Manifest des gemeinen Mannes bald von allen Bauerschaften angenommen und gaben dem Gange der großen Volksbewegung eine bestimmtere Richtung auf ein gemeinsames Ziel, den zerstreuten Gemeinden ein religiös-politisches Glaubensbekenntnis in die Hand, um welches sie sich vereinten.

Die Überschrift desselben lautet: „Die gründlichen und rechten Hauptartikel aller Bauerschaften und Hintersassen der geistlichen und weltlichen Obrigkeiten, von welchem sie sich beschwert vermeinen.“ – darauf folgt eine Einleitung: „Dem christlichen Leser Friede und Gnade Gottes durch Christum.“

„Es sind viele Widerchristen, die jetzt wegen der versammelten Bauerschaft das Evangelium zu schmähen Ursache nehmen, indem sie sagen: ´Das sind die Früchte des neuen Evangeliums, niemand gehorsam sein, an allen Orten sich emporheben und aufbäumen, mit großer Gewalt zuhauf laufen und sich rotten, geistliche und weltliche Obrigkeit zu reformieren, auszureuten, ja vielleicht gar zu erschlagen!` Allen diesen gottlosen, freventlichen Urteilen antworten diese hier geschriebenen Artikel, sowohl damit sie die Schmach des Wortes Gottes aufheben als auch den Ungehorsam, ja die Empörung aller Bauern christlich entschuldigen.

Fürs erste ist das Evangelium nicht eine Ursache der Empörung oder Aufruhren; dieweil es eine Rede ist von Christus, dem verheißenen Messias, dessen Wort und Leben nichts denn Liebe, Friede, Geduld und Einigkeit lehret (Röm. 2), also, dass alle, die an diesen Christus glauben, lieblich, friedlich, geduldig und einig werden, so denn der Grund aller Artikel der Bauern, wie denn klar gesehen wird, dahin gerichtet ist, das Evangelium zu hören und demgemäß zu leben. Wie mögen denn die Widerchristen das Evangelium eine Ursache der Empörung und des Ungehorsams nennen? Dass aber etliche Widerchristen und Feinde des Evangeliums wider solches Anmuten und Begehren sich lehnen und aufbäumen, ist das Evangelium nicht Ursache, sondern der Teufel, der schädlichste Feind des Evangeliums, welcher solches durch den Unglauben in den Seinen erweckt, damit das Wort Gottes, das Liebe, Frieden und Einigkeit lehrt, unterdrückt und weggenommen würde.

Zum anderen folgt dann klar und lauter, dass die Bauern, die in ihren Artikeln solches Evangelium zur Lehre und zum Leben begehren, nicht mögen ungehorsam, aufrührerisch genannt werden. Ob aber Gott die Bauern, die da nach seinem Wort zu leben ängstlich rufen, erhören will, wer will den Willen Gottes tadeln (Röm. 11)? Wer will in sein Gericht greifen (Jesaias 40)? Ja, wer will seiner Majestät widerstreben (Röm. 8)? Hat er die Kinder Israel, als sie zu ihm schrien, erhört und aus der Hand Pharaos erledigt, mag er nicht noch heute die Seinen erretten? Ja, er wird sie erretten und in einer Kürze (2. Mos. 3, 14. Luc. 18, 8). Darum, christlicher Leser, lies die nachfolgenden Artikel mit Fleiß und nachmals urteile.

Erster Artikel

Zum ersten ist unsere demütige Bitte und Begehr, auch unser aller Wille und Meinung, dass wir nun fürhin Gewalt und Macht haben wollen, eine ganze Gemeinde soll einen Pfarrer selbst erwählen und kiesen (1. Timoth. 3), auch Gewalt haben, denselben wieder zu entsetzen, wenn er sich ungebührlich hielte (Tit. 1). Der erwählte Pfarrer soll uns das Evangelium lauter und klar predigen, ohne allen menschlichen Zusatz, Menschenlehr und Gebot (Apost. 14). Denn das, dass uns der wahre Glaube stets verkündiget wird, gibt uns eine Ursache, Gott um seine Gnade zu bitten, dass er uns denselben lebendigen Glauben einbilde und in uns bestätige (5. Mos. 17, 2. Mos. 31). Denn wenn seine Gnade in uns nicht eingebildet wird, so bleiben wir stets Fleisch und Blut, das dann nichts nutz ist (5. Mos. 10, Joh. 6), wie klärlich in der Schrift steht, dass wir allein durch den wahren Glauben zu Gott kommen können und allein durch seine Barmherzigkeit selig werden müssen (Gal. 1). Darum ist uns ein solcher Vorgeher und Pfarrer vonnöten und in dieser Gestalt in der Schrift gegründet.

Zweiter Artikel

Zum anderen, nachdem der rechte Zehent aufgesetzt ist im Alten Testament und im Neuen als erfüllt, wollen wir nichtsdestominder den rechten Kornzehent gern geben, doch wie es sich gebührt. Demnach man solle ihn Gott geben und den Seinen mitteilen (Hebräerbrief, Psalm 109). Gebührt er einem Pfarrer, der klar das Wort Gottes verkündet, so sind wir willens: Es sollen hinfür diesen Zehent unser Kirchpröpste, welche dann eine Gemeine setzt, einsammeln und einnehmen, davon einem Pfarrer, der von einer ganzen Gemeinde erwählt wird, seinen ziemlichen genügsamen Unterhalt geben, ihm und den Seinen, nach Erkenntnis einer ganzen Gemeinde, und was überbleibt, soll man armen Dürftigen, so in demselben Dorf vorhanden sind, mitteilen nach Gestalt der Sache und Erkenntnis einer Gemeinde (5. Mos. 25, 1 Timoth. 5, Matth. 10 und Cor. 9). Was übrigbleibt, soll man behalten, für den Fall, dass man von Landesnot wegen einen Kriegszug machen müsste, damit man keine Landessteuer auf den Armen legen dürfte, soll man es von diesem Überschuß ausrichten. Fände es sich, dass eines oder mehr Dörfer wären, welche den Zehenten selbst verkauft hätten, etlicher Not halber, soll der, welcher von selbigem zeigt, dass er ihn in der Gestalt von einem ganzen Dorf hat, solches nicht entgelten, sondern wir wollen uns ziemlicherweise nach Gestalt der Sache mit ihm vergleichen (Lucä 6, Matth. 5), ihm solches wieder mit ziemlichem Ziel und Zeit ablösen. Aber wer von keinem Dorfe solches erkauft hat und dessen Vorfahren sich selbst solches zugeeignet haben, denen wollen und sollen wir nichts weiter geben, sind ihnen auch nichts weiter schuldig, als wie oben steht, unsere erwählten Pfarrer damit zu unterhalten, nachmals ablösen oder den Dürftigen mitteilen, wie die Heilige Schrift enthält. Ob Geistlichen oder Weltlichen, den kleinen Zehent wollen wir gar nicht geben. Denn Gott der Herr hat das Vieh frei dem Menschen erschaffen (1. Mos. 1), Diesen Zehent schätzen wir für einen unziemlichen Zehent, den die Menschen erdichtet haben; darum wollen wir ihn nicht weiter geben.

Dritter Artikel

Zum dritten ist der Brauch bisher gewesen, dass man uns für Eigenleute gehalten hat, welches zum Erbarmen ist, angesehen, dass uns Christus alle mit seinem kostbaren vergossenen Blut erlöst und erkauft hat (Jesaias 53 1, Pet. 1 1, Cor. 7, Röm. 13), den niederen Hirten ebensowohl als den Allerhöchsten, keinen ausgenommen. Darum erfindet sich in der Schrift, dass wir frei sind, und wir wollen frei sein (Weish. 6 1, Pet. 2). Nicht dass wir gar frei sein, keine Obrigkeit haben wollen; das lehret uns Gott nicht. Wir sollen in Geboten leben, nicht in freiem fleischlichem Mutwillen (5. Mos. 6, Matth. 4), sondern Gott lieben als unseren Herrn, in unsern Nächsten ihn erkennen und alles das ihnen tun, was wir auch gern hätten, wie uns Gott am Nachtmahl geboten hat zu einer Letze (Lucä 4 6, Matth. 5, Joh. 13). Darum sollen wir nach seinem Gebot leben. Dies Gebot zeigt und weist uns nicht an, dass wir der Obrigkeit nicht gehorsam seien. Nicht allein vor der Obrigkeit, sondern vor jedermann sollen wir uns demütigen (Röm. 14. Wenn wir auch gerne unserer erwählten und gesetzten Obrigkeit, so uns von Gott gesetzt ist (Apostelgesch. 5), in allen ziemlichen und christlichen Sachen gehorsam sind; wir sind auch außer Zweifel, Ihr werdet uns der Leibeigenschaft als wahre und rechte Christen gern entlassen oder uns aus dem Evangelium dessen berichten, dass wir leibeigen sind.

Vierter Artikel

Zum vierten ist bisher im Brauch gewesen, dass kein armer Mann Gewalt gehabt hat, das Wildbret, Geflügel oder Fische im fließenden Wasser zu fangen, was uns ganz unziemlich und unbrüderlich dünkt, eigennützig und dem Worte Gottes nicht gemäß. Auch hegt in etlichen Orten die Obrigkeit das Gewild uns zu Trutz und mächtigem Schaden, weil wir leiden müssen, dass uns das Unsere, was Gott dem Menschen zu Nutz hat wachsen lassen, die unvernünftigen Tiere zu Unnutz mutwillig verfressen, und wir sollen dazu stillschweigen, was wider Gott und den Nächsten ist. Denn als Gott der Herr den Menschen erschuf, hat er ihm Gewalt gegeben über alle Tiere, über den Vogel in der Luft und über die Fische im Wasser (1. Mos. 1, Apostelgesch. 19, 1, Tim. 4, 1, Cor. 10, Coloss. 2). Darum ist unser Begehren: wenn einer ein Wasser hätte, dass er es mit genugsamer Schrift, als unwissentlich erkauft, nachweisen mag; solches begehren wir nicht mit Gewalt zu nehmen, sondern man müsste ein christliches Einsehen darein haben, von wegen brüderlicher Liebe. Aber wer nicht genugsame Beweise dafür anbringen kann, soll es ziemlicherweise an die Gemeinde zurückgeben.

Fünfter Artikel

Zum fünften sind wir auch beschwert der Beholzung halb, denn unsere Herrschaften haben sich die Hölzer alle allein zugeeignet, und wenn der arme Mann etwas bedarf, muss er’s ums doppelte Geld kaufen. Unsere Meinung ist, was für Hölzer Geistliche oder Weltliche, die sie immer haben, nicht erkauft haben, die sollen einer ganzen Gemeinde wieder anheimfallen, und einem jeglichen aus der Gemeinde soll ziemlicherweise frei sein, daraus seine Notdurft ins Haus umsonst zu nehmen, auch zum Zimmern, wenn es vonnöten sein würde, soll er es umsonst nehmen dürfen, doch mit Wissen derer, die von der Gemeinde dazu erwählt werden, wodurch die Ausreutung des Holzes verhütet werden wird. Wo aber kein Holz vorhanden wäre, als solches, das redlich erkauft worden ist, so soll man sich mit den Käufern brüderlich und christlich vergleichen. Wenn aber einer das Gut anfangs sich selbst zugeeignet und es nachmals verkauft hätte, so soll man sich mit den Käufern vergleichen nach Gestalt der Sache und Erkenntnis brüderlicher Liebe und Heiliger Schrift.

Sechster Artikel

Zum sechsten ist unsere harte Beschwerung der Dienste halb, welche von Tag zu Tag gemehrt werden und täglich zunehmen. Wir begehren, dass man darein ein ziemliches Einsehen tue und uns dermaßen nicht so hart beschwere, sondern uns gnädig hierin ansehe, wie unsere Eltern gedient haben, allein nach Laut des Wortes Gottes (Röm. 10).

Siebenter Artikel

Zum siebenten wollen wir hinfür uns von einer Herrschaft nicht weiter beschweren lassen, sondern wie es eine Herrschaft ziemlicherweise einem verleiht, also soll er es besitzen, laut der Vereinigung des Herrn und des Bauern. Der Herr soll ihn nicht weiter zwingen und dringen, nicht mehr Dienste noch anderes von ihm umsonst begehren (Luc. 3, Thess. 6), damit der Bauer solch Gut unbeschwert, also geruhlich brauchen und genießen möge; wenn aber des Herrn Dienst vonnöten wäre, soll ihm der Bauer willig und gehorsam vor anderen sein, doch zu Stund und Zeit, da es dem Bauern nicht zum Nachteil diene, und soll ihm um einen ziemlichen Pfennig den Dienst tun.

Achter Artikel

Zum achten sind wir beschwer, und derer sind viele, so Güter innehaben, indem diese Güter die Gült nicht ertragen können und die Bauern das Ihrige darauf einbüßen und verderben. Wir begehren, dass die Herrschaft diese Güter ehrbare Leute besichtigen lasse und nach der Billigkeit eine Gült erschöpfe, damit der Bauer seine Arbeit nicht umsonst tue, denn ein jeglicher Tagwerker ist seines Lohnes würdig (Matth. 10).

Neunter Artikel

Zum neunten sind wir beschwert der großen Frevel halb, indem man stets neue Ansätze macht, nicht dass man uns straft nach Gestalt der Sache, sondern zu Zeiten aus großem Neid und zu Zeiten aus großer parteilicher Begünstigung anderer. Unsere Meinung ist, uns nach alter geschriebener Straf zu strafen, je nachdem die Sache gehandelt ist, und nicht parteiisch (Jesai. 10, Ephes. 6, Luc. 3, Jer. 16).

Zehnter Artikel

Zum zehnten sind wir beschwert, dass etliche sich haben zugeeignet Wiesen und Äcker, die doch einer Gemeinde zugehören. Selbige werden wir wieder zu unserer Gemeinden Handen nehmen, es sei denn die Sache, dass man es redlich erkauft hätte; wenn man es aber unbilligerweis erkauft hätte, soll man sich gütlich und brüderlich miteinander vergleichen nach Gestalt der Sache.

Elfter Artikel

Zum elften wollen wir den Brauch, genannt der Todfall, ganz und gar abgetan haben, nimmer leiden noch gestatten, dass man Witwen und Waisen das Ihrige wider Gott und Ehren also schändlich nehmen und sie berauben soll, wie es an vielen Orten in mancherlei Gestalt geschehen ist. Von dem, was sie beschützen und beschirmen sollten, haben sie uns geschunden und geschaben, und wann sie ein wenig Fug hätten gehabt, hätten sie dies gar genommen. Das will Gott nicht mehr leiden, sondern das soll ganz ab sein, kein Mensch soll hinfür beim Todfall schuldig sein, etwas zu geben, weder wenig noch viel (5. Mos. 13, Matth. 8, 23, Jes. 10).

Beschluß

Zum zwölften ist unser Beschluß und endliche Meinung: Wenn einer oder mehrere der hier gestellten Artikel dem Worte Gottes nicht gemäß wären, so wollen wir, wo uns selbige Artikel mit dem Worte Gottes als unziemlich nachgewiesen werden, davon abstehen, sobald man uns es mit Grund der Schrift erklärt. Und ob man uns gleich etliche Artikel jetzt schon zuließe, und es befände sich hernach, dass sie unrecht wären, so sollen sie von Stund an tot und ab sein, nichts mehr gelten. Desgleichen, wenn sich in der Schrift mit der Wahrheit mehr Artikel fänden, die wider Gott und dem Nächsten zur Beschwernis wären, wollen wir uns diese auch vorzubehalten beschlossen haben und uns in aller christlicher Lehre üben und brauchen, darum wir Gott den Herrn bitten wollen, der uns dasselbige geben kann und sonst niemand. Der Friede Christi sei mit uns allen.“19


Anmerkungen

1 Hg. Günther Franz, Thomas Müntzer – Schriften und Briefe. Kritische Gesamtausgabe, Gütersloh 1968

2 Hg. Joachim Heise, Christa Stache, Dialog über Luther und Müntzer, Berlin 2011

3 Wilhelm Zimmermann, Der große deutsche Bauernkrieg, Stuttgart 1843, Volksausgabe Stuttgart 1891 Berlin/DDR 1974

4 Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg Berlin 1946/Hamburg 1850

5. Ernst Bloch, Der Revolutionär Thomas Müntzer, Berlin 1921, Berlin/DDR 1960

6. Hg. Siegfried Bräuer/Helmar Junghans, Der Theologe Thomas Müntzer Berlin/DDR 1989

7. Siegfried Bräuer/Günter Vogler, Thomas Müntzer, Neu Ordnung machen in der Welt, Eine Biographie, Gütersloh 2016

8. dgl. S. 11f.

9. Evangelisches Gesangbuch, Berlin/Leipzig 1993, Lied Nr. 3   „Gott, heilger Schöpfer aller Stern“. Müntzer dichtete und komponierte acht Choräle und 24 Psalmlieder

10. dgl. Lied Nr. 341, „Nun freut euch, lieben Christen g’mein

11. Ulrike Strerath-Bolz, Thomas Müntzer – Warum der Mystiker die Bauern in den Krieg führte, Berlin 2014

12. Josef Göbel in: Willibald JacobDie volkseigene Erfahrung, S. 89ff Ludwigsfelde 2015

13. 76 bisher ungenannte Pfarrer sind mit ihren Gemeinden erschlagen worden – mit Müntzer ist der Prediger Heinrich Pfeiffer vor Mühlhausen hingerichtet worden.

14. Willibald Jacob, Thomas Müntzers Parteinahme für die Unterdrückten als Ausgangspunkt seiner reformatorischen Bestrebungen, in : Prophet einer neuen Welt, Berlin/DDR 1975

15. Peter Blickle, Der Bauernkrieg – Die Revolution des Gemeinen Mannes, München 1998, S. 98

16. Thomas Müntzer hatte 1521 Prag besucht, um sich von den Nachwehen des Hussitischen Bauernkrieges zu überzeugen.

17. Aus der Schlacht von Frankenhausen entkommen die späteren Täuferanführer, die die Säuglingstaufe als Machtdemonstration der alten Kirche ablehnen: Hans Hut, Hans Römer und Melchior Rinck.

18. Peter Blickle, S. 126 f. Und Werner TübkeDas Frankenhausener Geschichtspanorama, in: Gerd Lindner, Vision und Wirklichkeit, Bonn 2009

19. Wörtlich nach dem Original, hie und da zum allgemeinen Verständnis ein Wort oder eine Wendung etwas modernisiert.


Literatur zum Weiterlesen

Gerhard Brendler, Thomas Müntzer – Geist und Faust, Berlin/DDR 1989

Gerhard Wehr, Thomas Müntzer, Hamburg 1972

Juliane Bobrowski, Ottilie Müntzer, Roman, Berlin/DDR 1989

Eike Wolgast, Thomas Müntzer. Ein Verstörer der Ungläubigen, Göttingen-Zürich 1981

Hg. Siegfried Bräuer/Wolfgang Ullmann, Thomas Müntzer, Theologische Schriften aus dem Jahre 1523, Berlin 1975

Hg. Christoph Demke, Thomas Müntzer, Anfragen an Theologie und Kirche, Berlin/DDR 1977

Heinz Entner/Edith Neubauer, Bundschuh und RegenbogenfahneSchriftsteller und Künstler im Bauernkrieg, Berlin/DDR 1975

Hg. Helmut Bock/Marianne Thems, Unter dem Regenbogen, Historische Porträts, Leipzig 1979

Klaus Ebert, Theologie und politisches Handeln, Thomas Müntzer als Modell, Stuttgart 1973

Hans-Jürgen Goertz, Die Täufer – Geschichte und Deutung, München 1980

Paul Tillich, Für und wider den Sozialismus, München/Hamburg 1969

Helmuth Borutta, Revolution für das Recht. Daud Birsa Munda und das Land der Adivasi, Erlangen 1994

Eugen Drewermann, „Luther wollte mehr“, Freiburg 2016

Hg. Armin Kohnle/Eike Wolgast, – Kritische Gesamtausgabe Bd. 1, Leipzig 2017, Bd. 2, Leipzig 2011,
Hg. Helma Junghans, Bd.3, Leipzig 2004


Links

Thomas Müntzer
Fünf-Mark-Banknote in der DDR
Quelle: Wikipedia – Scan: David Wintzer