Feb 012018
 
CO2 – Lebensspender und Rohstofflieferant statt Klimakiller

Von Friedrich-Karl Ewert

Die Geschichte kennt viele Beispiele dafür, dass angeblich etablierte Gewissheiten der Wissenschaft sich als unzureichend herausgestellt haben. Das ist auch diesmal so, denn inzwischen wird man sich zunehmend der Tatsache bewusst, dass – und warum – gewaltige Mengen an C02 im Laufe der Erdgeschichte verschwunden sind. Wo sind sie geblieben?

Die offizielle Klimapolitik will die anthropogenen CO2-Emissionen verringern, damit die Erde für uns Menschen bewohnbar bleibt. Dass diese Emissionen die Erderwärmung verursachen, ist zwar nicht bewiesen, soll sich aber aus Klima­simulationsmodellen ergeben. Wie hat sich das Modell vom menschengemachten Klimawandel entwickeln können?

Vom Umweltschutz zum Klimaschutz

Die 1972 auf der Umweltkonferenz von Stockholm definierte Verpflichtung zum Umweltschutz wurde in die Notwendigkeit zum Klimaschutz umfunktioniert – und das nicht nur aus wirklicher Sorge um das Klima.

Es gibt inzwischen eine umfangreiche Literatur, in der behan­delt wird, wie das Modell von der menschengemachten Er­derwärmung entstanden ist, und wie es weltweit so verbreitet wurde, dass Medien und Politik unter Zuarbeitung eines Tei­les der Wissenschaft dieses Modell zu einem beherrschenden Zeitgeist entwickeln konnten. In diesem Kurzbericht können zur Begründung dieser Beurteilung nur einige Zitate von Hel­mut Bachmann (Interview in der Züricher Weltwoche vom 01.07.2009) und Zbigniew Jaworowski („Nicht der Mensch, sondern die Sonne be­stimmt unser Klima“, FUSION 1/2010, S. 24-44.) erwähnt werden:

Die Idee, das aus Deutschland stammende Wort Klimakatastrophe zu kommerzialisieren, wurde 1986 in den USA geboren. Eine sich nähernde Katastrophe erzeugt Angst… Um Ängste zu „beseitigen, sind Menschen bereit, alles zu tun. Dies war den Erfindern der Idee bekannt, das Wort Klimakatastrophe zu kommerzialisieren und zu ei­nem lange andauernden Geschäft zu entwickeln. Um ein weltweites Geschäft mit der Angst aufzubauen, wurde eine Organisation benötigt. Dies wurde das IPCC“ (der „Weltklimarat“).

Prof. Dr. H. Stephen Schneider (Lead Author in Working Group of the IPCC) sagte 1989: „Deshalb müssen wir Schrecken einjagende Szenarien ankündigen, verein­fachende dramatische Statements machen und irgendwel­che Zweifel, die wir haben mögen, wenig erwähnen. Um Aufmerksamkeit zu erregen, brauchen wir dramatische Statements und keine Zweifel am Gesagten. Jeder von uns Forschem muß entscheiden, wie weit er eher ehrlich oder effektiv sein will.“

Maurice Strong, der Pate der modernen Umwelt­schutzbewegung und früherer Chefberater von UN-Generalsekretär Kofi Annan, hat offen von einer Verschwörungs­theorie gesprochen. Strong war 1972 Generalsekretär der UN-Umweltkonferenz in Stockholm, auf der die weltweite Umweltbewegung begründet wurde, und er hat eine zen­trale Rolle bei der Globalisierung gespielt. 20 Jahre spä­ter war Strong Generalsekretär des „Erdgipfels“ in Rio de Janeiro, wo auf sein Betreiben die Grundlage für das Kio­to-Protokoll gelegt wurde. In einem Interview hat Strong seine Denkweise offengelegt: „Was wäre, wenn eine kleine Gruppe von Weltführern zu dem Schluss kommen sollte, dass die Hauptgefahr für die Erde von dem Verhalten der rei­chen Länder ausginge? Und wenn die Welt überleben soll, müssten die reichen Länder ein Abkommen unterzeichnen, um ihre eigene Umweltbelastung zu reduzieren. Werden sie dem zustimmen? Die Gruppe kommt zu dem Schluss: Nein! Die reichen Länder werden nicht zustimmen. Sie wollen sich nicht verändern. Um den Planeten zu retten, beschließt die Gruppe: Besteht nicht die einzige Hoffnung für den Planeten darin, daß die industrialisierten Zivili­sationen kollabieren? Ist es nicht unsere Verantwortung, das zu bewirken? Die Gruppe von Weltführern bildet eine Geheimgesellschaft, um einen Wirtschaftszusammenbruch herbeizuführen.“ (Wood 1990)

Als das IPCC fertig konstruiert war, wurden alle entwickelten Staaten zu einem „Klima-Meeting“ durch die UNO nach Kioto eingeladen. Dort wurde die menschenge­machte „Weltklimakatastrophe verkündet“.

Die Klimafrage wurde auch zu einer moralischen Frage. Gro Harlem Brundtland, die Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Klimawandel, sagte 2007 vor der UN-Generalversammlung: „Es ist unverantwortlich, rück­sichtslos und zutiefst unmoralisch, die Schwere der realen Gefahr des Klimawandels in Frage zu stellen.“!

Erderwärmung als Pseudoreligion

Das Modell eines anthropogenen Klimawandels infolge unse­rer CO2-Emissionen wurde weltweit von Medien und Politik einschließlich UNO und nachgeordneten Dienststellen so propagiert, dass seine Richtigkeit nicht mehr bezweifelt, son­dern allgemein anerkannt wird. Das gilt auch für Teile der Fachwissenschaft, denn die dem IPCC gestellte Aufgabe lau­tete, „…die weltweit vorgelegte wissenschaftliche … Literatur zu sichten, die für das Verständnis des Risikos eines vom Menschen herbeigeführten Klimawandels … bedeutsam ist“. D.h. es war zu untersuchen, wie dieser Klimawandel wirkt, nicht jedoch, ob es ihn überhaupt gibt.

Auch in Deutschland wird diese einseitige Beurteilung prak­tiziert, wie folgendes Beispiel demonstriert: Ulrich Berner und Hans-Jörg Streif haben als Herausgeber für die Bundes­anstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Nie­dersächsische Landesamt für Bodenforschung (NLfB) und das Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufga­ben (GGA) in dem Buch Klimafakten, der Rückblick – ein Schlüssel für die Zukunft die Klimaentwicklung von der geo­logischen Vergangenheit bis zur Gegenwart wissenschaftlich analysiert. Sie haben anhand der Fakten bewiesen, daß die angeblich von uns Menschen verursachte Erderwärmung in­folge unserer C02-Emissionen nicht stattfindet. Diese amtli­chen Forschungsergebnisse blieben unberücksichtigt. Und es ist weiterhin das Ziel der offiziellen Klimapolitik, unsere Emissionen von C02 zu reduzieren, weil sonst unser Fortbe­stand gefährdet wäre.

Klimawandel! Statt Computer­simulationen, was wurde gemessen?

Die Umlaufbahn der Erde um die Sonne ändert sich, und auch die Wärmestrahlung der Sonne ist nicht konstant. Des­halb kann das Klima der Erde nicht konstant sein, sondern ändert sich ebenso. Beispielsweise bewirken die kurzperiodi­schen Sonnenfleckenzyklen im Rhythmus von Jahrzehnten wechselnde Abkühlungs- und Erwärmungsphasen, während langfristige Zyklen Eiszeiten verursachen. Klimawandel ist folglich eine irdische Normalität.

Bald nach der Erfindung des Thermometers wurde mit regel­mäßigen Messungen begonnen, in England ab 1059, auf dem Kontinent ab 1700. Die Messwerte werden gra­phisch als „Ganglinie“ aufgetragen, so dass man die zeitliche Entwick­lung der Temperatur leicht erkennt, und ebenso die kurzzeitigen Wechsel von Erwärmungs- und Abkühlungs­phasen, wie das Beispiel der Station De Bilt illustriert (Abbildung 1).

Abbildung 1. Ganglinie der gemessenen Temperaturen an der Station De Bilt, 1706-2008.

Zwischen 1706 und 2008 (=302 Jah­re) hat diese Station insgesamt eine Erwärmung von 0,0047°C/ax302 = 1,42°C erfahren. Sie wurde durch die Rück-Erwärmung nach der Klei­nen Eiszeit verursacht, die in den 63 Jahren zwischen 1805 und 1868 einen Anstieg von 0,0677°C/a er­reicht hat, insgesamt also 4,27°C. Danach haben sich zwei Kalt- und zwei Warmphasen abgewechselt, wobei insgesamt eine leichte Ab­kühlung überwog, denn wärmer ist es bis 2008 nicht mehr geworden – trotz der um 1950 beginnenden verstärkten anthropogenen C02– Emissionen.

Die De-Bilt-Ganglinie zeigt auch, dass für eine sachgerechte Beurtei­lung der Klimaentwicklung keine kurzen Zeiträume zugrunde gelegt werden dürfen, denn sie können kein repräsentatives Bild ergeben. Wie der folgende Vergleich von vier Ganglinien sehr ungleicher Dauer demonstriert, sind die naturbeding­ten Wechsel von Erwärmungs- und Abkühlungsphasen erst bei einer Beobachtungszeit von einigen Jahr­zehnten zu erkennen:

  1. Ganglinie für 9000 Jahre: vier grö­ßere Wechsel, dazwischen viele mitt­lere Wechsel (Abbildung 2a).


Abbildung 2a.
A. Mangini (Univ. Heidelberg): Comnispa-Temperaturkurve, 9000 Jahre.

  1. Ganglinie für 1100 Jahre: Rück­erwärmung nach Kleiner Eiszeit mit vier mittleren Wechseln (Abbildung 2b).


Abbildung 2b.
Chr. Monckton: Ganglinie für Europa, 1100 Jahre

  1. Ganglinie für 130 Jahre: zwischen 1880 und 2010 Wechsel von vier Kalt­phasen und drei Warmphasen (Ab­bildung 2c).


Abbildung 2c.
Ewert: Ganglinie aus GISS-Daten, 1097 Stationen, 130 Jahre.

  1. Daten für 33 Jahre von UAH MSU, RSS MSU, GISS, NCDC, HadCRUT3: leichte Erwärmung bis 2009, danach leichte Abkühlung (Abbildung 2d).


Abbildung 2d.
UAH MSU, RSS MSU, GISS, NCDC, HadCRUTS, 33 Jahre.

Fazit: Warmphasen vor den C02– Emissionen, Kaltphasen trotz der Emissionen; es ist kein Einfluss der CO2-Emissionen erkennbar.

CO2-Verbrauch

In der Ur-Atmosphäre hatte CO2 am Luftgemisch der Atmo­sphäre einen Anteil von ca. 10%, vor 550 Mio. Jahren betrug er 0,7%, und heute ist CO2 an der Atmosphäre nur noch mit 400 ppm (0,04%) beteiligt. Damit ist es zum Spurengas ge­worden, wie die untenstehende Grafik zeigt (Abbildung 3)?

C.R. Scoterse: www.scotese.com/climate.htm


Abbildung 3.
Veränderung des CO2-Gehalts der Atmosphäre und der globalen
Durchschnittstemperatur in den letzten 600 Mio. Jahren.

Wo sind die fehlenden 99,96% geblieben? Und nicht nur die, denn schon immer haben zusätzlich Vulkane und untermeerische Schlote CO2 gefördert; auch diese Mengen sind verschwun­den. Beispielsweise emittiert der Ätna z.Z. 35.000 t täglich.

Die Natur hat CO2 sowohl für die Photosynthese der Pflanzen und damit als Baustoff der Biomasse als auch für die Bildung der anorganischen Sedimente gebraucht. Das CO2 wurde in der Kohle, im Erdöl und im Erdgas gebunden. Es diente außerdem als Rohstoff für die Herstellung von Sedimentengesteinen, beispielsweise Kalkstein. Bei der Bildung von Kalk­stein wurden sogar zwei Wege beschritten: Viele in den Ozeanen lebende Tierarten brauchten das CO2 zum Aufbau ihrer Körper und ihrer Skelet­te, und außerdem vereinigte sich das im Wasser gelöste CO2 mit dem im Wasser gelösten Kalzium zu Kalziumkarbonat. Wegen seiner geringen Lös­lichkeit sedimentierte es und wurde später zum Kalkstein. Die Natur hat also Sedimentgesteine und fossile Brennstoffe aus CO2 hergestellt, das damit dem CO2-Kreislauf entzogen wurde.

Mit der Bildung der Naturprodukte ging fast al­les CO2 dem irdischen Kreislauf verloren – bis auf den kleinen Rest von gegenwärtig 0,04% als Anteil an der Atmosphäre sowie dem Anteil, der im Wasser der Ozeane gelöst ist. Dieser Verbrauch ist immer noch wirksam und setzt sich fort, was zum Problem der Bio­sphäre werden kann: Die Pflanzen brauchen zum Wachstum mindestens 150 ppm, wie die nachstehende TRCS-Grafik zeigt (Abbildung 4).

TRCS: Hai Doiron, presentation on ICCC10 (Panel 13: “The Right Climate Stuff”), ICC02 CC10: International Conference on Climate Change #10 in Washington DC, June 11-12,2016.


Abbildung 4.
CO2-Gehalts der Atmosphäre

Beim Unterschreiten des Minimums können sich die Pflanzen nicht mehr ernähren, und der Tier­welt fehlt das Futter.

Folgerungen

Der für die Bildung der Biomasse und der Sedimente benötigte naturbedingte Verbrauch des CO2 wird sich fortsetzen. Deshalb besteht die Gefahr, daß das für das Wachstum der Pflanzen erfor­derliche CO2-Minimum erreicht und unterschritten wird. Es ist gesicherte Tatsache, daß der CO2-Gehalt der Atmosphäre in der geologischen Vergangenheit sehr viel größer war als heute. Dies hat der Biosphäre nicht geschadet, sondern genutzt, aber auch Eiszeiten mit ausgedehnten Vergletscherungen nicht verhindert.

Aus den Fakten ist zu folgern, dass die von der offiziellen Kli­mapolitik geforderte Begrenzung der CO2-Emissionen kontra­produktiv ist. Eine radikale Änderung der Biosphäre infolge stark abgenommener CO2-Konzentration gab es in der Erdge­schichte schon einmal – und zwar im oberen Karbon und dem darauf folgenden Perm, wie in der Abbildung 3 dargestellt.

In Unkenntnis der Grundlagen der Biochemie propagieren Aktivisten des angeblich anthropogenen Klimawandels eine Dekarbonisierung. Sie würde die Biosphäre drastisch verän­dern – und möglicherweise sogar vernichten, denn CO2 ist nicht nur der Grundbaustoff der Nahrungsmittel, sondern auch ein substantieller Baustoff der Pflanzen und Tiere.

Quelle: Fusion 2017, Nr. 2, Seite 9-12


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