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Paul Gäbler
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Oesselse
Niedernjesa

Oesselse und Ingeln

Inhalt


Pastor Paul Gäbler von 1947 bis 1950

Dr. Paul Gäbler war in der Zeit von 1947 bis 1950 Pastor in Oesselse und Ingeln. Die folgenden Bilder sind 1949 entstanden.

Von 1950 bis 1969 war er Pastor in Niedernjesa und Lehrbeauftragter für Missionswissenschaften in Göttingen.

Wer sich für alte Bilder von Oesselse interessiert, wende sich bitte an Rosemarie Stümpel, Hirtenweg 4, 30880 Laatzen.


Fingerdicke Risse in den Wänden der Kirche

Der Altar ist leer. Kerzen und das Kreuz stehen im benachbarten Gemeindehaus. Für die St.-Nicolai-Kirche in Ingeln-Oesselse gilt vorerst: Betreten verboten. Das Gebäude ist gefährlich in Bewegung geraten. Bedrohlich große Risse klaffen an zahlreichen Stellen in den Wänden. Die Stabilisierung des Gebäudes wird voraussichtlich 450 000 Euro kosten.

"Das ist hier richtig verrutscht", sagt Sigrid Harms. Die 45-jährige Pastorin blickt sorgenvoll auf die Schäden in der Sakristei. Die Treppe zur hinteren Empore mit Zugang zur Kanzel bietet kaum noch Halt. Die Fenster mussten in diesem Bereich bereits mit dicken Holzbalken abgestützt werden. Ähnlich ist die Situation im Kirchenschiff. Auch hier durchziehen zahlreiche Risse das Weiß der Wände. "Mit der Orgelempore hatten wir schon Sorge, weil dort zu Weihnachten um die 150 Personen sitzen", berichtet Pastorin Harms. Doch inzwischen steht fest: Weihnachten wird die Empore leer bleiben. Alle Veranstaltungen würden bis auf weiteres in das Gemeindehaus verlegt, kündigt Harms an.

Vorsichtig steigt sie die Treppe zur Orgelempore hoch. "Ich merke, dass ich jetzt anders in die Kirche gehe", sagt sie und zeigt auf die Wand, die sich in Richtung Turm zu neigen scheint. Hier oben ist die hintere Sitzbank mit Holz- und Steinstücken übersät. Viel zu groß ist der Abstand zwischen Holzdecke und Wand.

Jetzt suchen die Ingeln-Oesselser nach einem Verfahren, mit dem die schon vorhandenen Risse geschlossen und neue verhindert werden können. "Wir haben ein statisches Gutachten erstellen lassen", berichtet Reinhard Eidam, Mitglied des Kirchenvorstands. Die Lösung könnte demnach ein Stahlband bieten, mit dem die Kirche zusammengehalten wird. Es würde unsichtbar in den Wänden liegen. Voraussichtliche Kosten für die Maßnahme: 450 000 Euro. "Die Anträge laufen", sagt Eidam. "Wir gehen davon aus, dass das die Landeskirche bezahlt."

Völlig offen ist, wann die Ingeln-Oesselser wieder ihre Gottesdienste in gewohnter Stelle feiern können. "Das hängt sehr stark davon ab, wann die Mittel zur Verfügung gestellt werden", sagt Eidam. Sicher scheint dagegen zu sein, was der Grund für die Schäden ist. Ein Gutachter hat festgestellt, dass der Tonboden in dieser Gegend zusammensackt, wenn ihm Wasser entzogen wird. "In diesem Jahr hatten wir einen sehr starken Sommer mit wenig Niederschlägen", sagt Eidam. 

„Haben wir gut hinbekommen“, ist Pastorin Sigrid Harms überzeugt: Die Gottesdienste finden im Gemeindesaal statt. Noch in diesem Monat wird dort auch ein Kind getauft.Ausweichen auf das moderne Gemeindehaus - für die Ingeln-Oesselser ist diese Situation nicht ganz neu. Vor zehn Jahren war der Innenraum der St.-Nicolai-Kirche saniert worden. Fast ein ganzes Jahr lang dauerte die Maßnahme. Auch das Erntedankfest feierten die Bürger damals im Gemeindehaus. Weihnachten aber durften alle die erneuerte Kirche bestaunen.

Das Gebäude ist inzwischen 166 Jahre alt. Der Entwurf stammt von Konsistorialmeister Ludwig Hellner aus Hannover, der in der Zeit von 1820 bis 1860 in der Region Hannover, Verden und Ostfriesland nicht weniger als 36 Kirchen errichtet hat.

Im September 1837 wurde das Gebäude geweiht. Bei der Abnahme am 30. Dezember desselben Jahres berichtete Hellner: "Der ganzen Kirchengemeinde kann ich das Zeugnis nicht vorenthalten, dass dieselbe des Baues sich mit Liebe und Eifere thätig angenommen." og

Leinenachrichten am 09.12.2003


"Das Beste daraus machen"

Pastorin Sigrid Harms (45) blickt auf die großen Kastanien. Sie sollen nicht gefällt werden, sondern weiterhin das Erscheinungsbild der Kirche prägen.Der weiße Zettel steckt in einer Klarsichtfolie, die an der Tür befestigt ist: "Leider können unsere Gottesdienste aus Sicherheitsgründen nicht in der Kirche stattfinden", lautet die Nachricht. Der Hinweis ist schon mehr als zwei Monate alt, aber immer noch aktuell. Es ist völlig offen, wann die Ingeln-Oesselser ihre Kirche wieder nutzen können. Bis dahin kommen die Besucher zu Gottesdiensten, aber auch zu Taufen und anderen Veranstaltungen im Gemeindehaus zusammen.

Die Schäden an dem Kirchengebäude sind deutlich zu sehen. An vielen Stellen durchziehen breite Risse die Wände. Die Treppe zur hinteren Empore bietet kaum noch Halt. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass der Tonboden in dieser Gegend zusammensackt, wenn ihm Wasser entzogen wird. Derzeit prüfen Experten, welche Maßnahmen nötig sind, um das Gebäude wieder zu stabilisieren. Zunächst war von einem Stahlband die Rede gewesen, das unsichtbar in den Wänden liegen würde und so das Gebäude zusammenhalten könnte - mit rund 450.000 Euro eine recht kostspielige Variante.

"Ich hoffe, dass wir nicht eine so große Maßnahme durchführen müssen", sagt Reinhard Eidam, Mitglied des Kirchenvorstands. Möglicherweise tue es auch ein Dränage-System. "Wir müssen erreichen, dass das Wasser auf dem Kirchengelände gehalten wird und unter anderem nicht in das Abwassersystem abfließt", erklärt er. Aus diesem Grund sollen auch einige Bäume auf dem Gelände gefällt werden, die sich dicht an dem Gebäude befinden. "Betroffen sind aber nicht die großen Kastanien, die vor der Kirche stehen und ihr Erscheinungsbild prägen", versichert Eidam. Die Risse hätten sich seit den letzten Messungen nicht mehr vergrößert, berichtet er.

Bis eine Lösung gefunden und umgesetzt ist, müssen die Ingeln-Oesselser improvisieren. Und das tun sie mit Erfolg im Nachbargebäude, in dem sie den schönen Gemeidesaal mit seiner großzügigen Fensterfront nutzen. "Wir versuchen, das Beste daraus zu machen. Für die Kürze der Zeit haben wir das gut hinbekommen", sagt Pastorin Sigrid Harms. Sie macht den Menschen Mut, den Gemeindesaal als Kirchraum zu akzeptieren. "Ich habe schon einige Anrufe von Eltern bekommen, die wegen Taufen anfragten, sich aber auch in den Nachbargemeinden erkundigten", weiß sie zu berichten. "Ich sage ihnen immer: Seht Euch doch erstmal den Raum hier an."

Noch in diesem Monat wird Sigrid Harms ein Kind im Gemeindesaal taufen. Für März und April stehen drei weitere Taufen in ihrem Terminkalender. Und auch der Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden im März wird mit großer Wahrscheinlichkeit dort stattfinden. Großes Verständnis hat Sigrid Harms allerdings für den Wunsch zweier Verliebten, die bei ihrer Trauung nicht auf die Atmosphäre einer Kirche verzichten wollten. "Da gehen wir nach Hotteln", sagt sie. og

Leine-Nachrichten vom 11.02.2004


Arbeitsgruppe der Heimatfreunde erforscht systematisch die Geschichte des Dorfs

Karten und Kirchenbücher geben Auskunft

Ingeln war schon immer ein bisschen anders. Zwei Sackgassen, die von der Hauptstraße abgehen - so stellt sich das Dorf auf einer Karte von 1750 dar. Keine direkte Verbindung zum nahen Oesselse, kein normaler Ortskern, keine Bebauung jenseits der Hauptstraße. "Diese Ortsform gibt es sonst nicht", sagt Eberhardt Ebeling mit Blick auf die alten Landkarten. Der 61-Jährige beschäftigt sich mit der Geschichte des Orts so intensiv wie sonst kaum einer. Neben seinem Geschichtsstudium an der Universität Hannover leitet er auch den Geschichtsarbeitskreis der Ingelner Heimatfreunde.

Diese beiden Landkarten von 1750 zeigen, dass zwischen Ingeln und Oesselse zu dieser Zeit keine Straße verlief. Besonders interessant ist für die Heimatforscher die Zeichnung des alten Oesselser Kirchengebäudes, das 1836 abgerissen wurde. Sie ist auf der linken Karte (Kreuz) zu erkennen.

In Ingeln geboren, seit mehr als 30 Jahren in Oesselse wohnhaft - Ebeling verkörpert den Zusammenschluss der zwei Dörfer wie wenige. Und auch bei der Ortsgeschichte seien die beiden nicht zu trennen, meint der Fachmann. So habe es bis 1911 eine gemeinsame Schule gegeben. Und in der zerstörten Ingelner Kapelle hätten nur zwei Gottesdienste im Jahr stattgefunden - zur Hagelfeier im Frühjahr und zum Martinsfest im Herbst. An allen anderen Sonntagen mussten die Kirchgänger ins benachbarte Oesselse.

Stück für Stück sind Ebeling und seine Mitstreiter dabei, die Geschichte aufzuarbeiten. 56 alte Ingelner Häuser haben sie in einem Kataster erfasst und versucht, den Schicksalen ihrer Bewohnern nachzuspüren. Kirchenbücher und andere Schriften, die in den Archiven lagern, helfen dabei. Denn den Heimatfreunden geht es nicht darum, das, was in vorhandenen Chroniken bereits steht, noch einmal abzuschreiben. Die Hobbyhistoriker gehen unter der Leitung von Ebeling direkt an die Quelle und stöbern in den Dokumenten selbst nach. Kopien davon werden in Ordnern gesammelt - eine Akte pro Thema.

"Es ist erstaunlich, was alles zusammenkommt", sagt Ebeling. Ihn interessiert besonders das Gemeinleben während des Dritten Reichs und nach 1945. "Wir haben großes Glück, dass wir im Arbeitskreis Leute sitzen haben, die diese Zeit miterlebt haben." Denn nach Ende des Zweiten Weltkriegs seien die Entwicklungen kaum dokumentiert worden. Wenn alles klappt, könnte ein Stück Ingeln-Oesselser Historie auch zur Grundlage für Ebelings Magisterarbeit werden. Gerade hat er die Agrarreform im 18. Jahrhundert am Wickel. "Das ist ein wichtiges und schwieriges Thema, das für beide Orte von entscheidender Bedeutung war", sagt der 61-Jährige.

Der Arbeitskreis Geschichte der Heimatfreunde Ingeln trifft sich immer am zweiten Montag im Monat um 19 Uhr in der alten Ingelner Schule, das nächste Mal am 12. April.

Leine-Nachrichten vom 09.03.2004

Wappen von Oesselse

vorne: Oesselse, rechts hinten: Ingeln


Gemeinden begrüßen ihre neue Pastorin

Petra Pfaff ist offiziell ins Amt eingeführt

Von Kathrin Heymer

Seit zwei Wochen ist Petra Pfaff Pastorin der Kirchengemeinden Ingeln-Oesselse sowie Hotteln-Bledeln-Gödringen. Mit einem feierlichen Gottesdienst ist sie am Sonntagnachmittag nun auch offiziell in ihr Amt eingeführt worden.

Gestalteten gemeinsam den Gottesdienst zur Einführung von Pastorin Petra Pfaff (44, Mitte): Vorsitzender des Kirchenvorstandes von Hotteln-Bledeln-Gödringen, Heinz Lampe (66, von links), Superintendent Helmut Aßmann (47), Vakanzvertreter aus der Gemeinde Hotteln-Bledeln-Gödringen, Günter Albrecht (49), und Vorsitzender des Kirchenvorstandes aus Ingeln Oesselse, Manfred Anolke (51).

Mit einer charmanten Rede leitete Superintendent Helmut Aßmann die Ordinationszeremonie am Sonntagnachmittag ein. Den Psalmvers "Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen" hatte sich Petra Pfaff zu ihrer Amtseinführung ausgesucht. "Springen Sie", rief Aßmann der Theologin in der voll besetzten St. Nicolai-Kirche zu. "Springen Sie hinein in die Gemeinde, in die Herzen der Menschen." Für die 44-jährige Theologin ist dieser Sprung gleichzeitig mit einem Spagat verbunden. Schließlich ist sie seit dem 16. August Seelsorgerin der Ingeln-Oesselser Nicolai-Gemeinde wie auch der Gemeinde Hotteln-Bledeln-Gödringen. Während der Ordinationszeremonie feierten die Gläubigen gleichzeitig ihren ersten gemeinsamen Gottesdienst. "Die Gemeinden wollen zusammenwachsen, und das war der erste Schritt", sagte Pfaff. Auch die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen die Gemeinden gemeinsam: Ingeln-Oesselses Posaunenorchester und Flötenkreis trugen ebenso zum Gelingen bei wie der Hottelner Chor.

Der pfarramtliche Verbund stand auch im Mittelpunkt Pfaffs souveräner und einfühlsamer Predigt. "Wir hoffen für die Gemeinden, dass sich das Zusammengehen 2008 nicht als befristetes Versehen erweist", unterstrich die dreifache Mutter. Sie wolle gemeinsam mit Diakonin Sandra Heiting ihr Bestes geben. In den kleineren Gemeinden hätten Pastoren früher "Hans Dampf in allen Gassen sein können". Das sei heute leider nicht mehr möglich. Die ehemalige Schulpastorin betonte daher die Bedeutung des Gottesdienstes. "Von hier aus muss es wirken", sagte sie. Im Anschluss sprachen die Ortsbürgermeister ihre Grußworte beim Empfang. Und die Gemeindemitglieder standen Schlange, um die neue Pastorin persönlich willkommen zu heißen.

Leine-Nachrichten vom 30.08.2005

Pfarrbüro:
An der Nicolaikirche 2
30880 Laatzen
Tel.: (05102) 2134
Fax: (05102) 675804
e-Mail: kg.nicolai.oesselse@evlka.de


Fusion: Aus St. Nicolai wird Zwölf Apostel

Neue Gemeinde feiert am Sonntag Begrüßungsfest in Oesselse

Aus sechs mach eins: am 1. Januar ist die evangelische Kirchengemeinde in Ingeln-Oesselse mit fünf anderen Gemeinden zur neuen Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde fusioniert. Am Sonntag feiert die neue Großgemeinde das zusammengehen mit einem Begrüßungsfest.

Von Johannes Dorndorf

"Mit ihren circa 7.200 Mitgliedern wird die Gemeinde fortan mit größerem Gewicht wahrgenommen“, sagt Pastor Matthias Weindel aus Wirringen, der den Gottesdienst bei der Feier am Wochenende leiten wird. In den vergangenen Wochen habe die Gemeinde die Fusion auf Gremienebene nachvollzogen: Kurz vor Weihnachten traf sich erstmals der neue gemeinsame Kirchenvorstand mit 54 Mitgliedern. Erst nach den Wahlen im März wird das Gremium verkleinert.

Vorsitzender ist Rüdiger Beneke von der bisherigen Trinitatis-Kirchengemeinde in Wirringen. Zur Seite stehen ihm als Stellvertreter Manfred Anolke (Oesselse) und Wilfried Doering (Algermissen) sowie im geschäftsführenden Ausschuss die Pastoren Weindel und Burkhard Kugelann (Algermissen). Um Entscheidungsprozesse handhabbarer zu machen, wurde einVerwaltungsausschuss gegründet. Jede der sechs Gemeinden ist darin mit zwei Mitgliedern vertreten.

Mit der Struktur ändert sich auch der Name: Lediglich die Kirchen selbst - auch St. Nicolai - behalten ihre Bezeichnungen. Die Gemeinde heißt jetzt offiziell "evangelisch-lutherische Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Sarstedt-Land in Algermissen“. Das etwas sperrige Wortkonstrukt hat einen rechtlichen Hintergrund, wie Weindel erläutert: "Es gibt im Namensrecht der Kirche nur die Möglichkeit, sich einer politischen Gemeinde zuzuordnen" - daher der Zusatz "in Algermissen".

Ausgeschrieben wurde inzwischen die Stelle von Pastor Oliver Friedrich, der St. Nicolai Ende November verlassen hat. Über den Stand der Bewerbung gebe es bislang noch keine Informationen, sagt Weindel.

Das Begrüßungsfest am Sonntag, 8. Januar, beginnt um 17 Uhr mit einem Bildgottesdienst in der St.-Nicolai-Kirche. Im Zentrum steht ein Gemälde des Malers Caravaggio, das eine Szene der Weihnachtsgeschichte interpretiert: "Die Ruhe auf der Flucht". Im Anschluss veranstaltet der Kirchenvorstand einen Empfang im Gemeindehaus. Eingeladen sind nicht nur Mitglieder der Gemeinde, sondern auch Vertreter aus Politik und Verwaltung.

Leine-Nachrichten vom 04.01.2010


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Christoph Gäbler 07.02.2012