Feb 012017
 

Neue Risiken für die Energiewende Von Eva Bulling-Schröter, 03.08.16 In einem Gastbeitrag für neue energie kritisiert Eva Bulling-Schröter die EEG-Novelle der Bundesregierung – und warnt davor, dass auch der Einspeisevorrang für Ökostrom fallen könnte. Das kurz vor der Sommerpause nach einer extrem kurzen parlamentarischen Beratung verabschiedete neue Erneuerbare-Energien-Gesetz beschneidet künftig den Ausbau und leitet eine Kehrtwende in der Erzeugerstruktur ein. Die dezentrale Kleinheit und Vielheit bei den Ökostromproduzenten wird großen, finanzstarken und professionell agierenden Projektierern und Investoren weichen. Diese gravierenden Veränderungen sind zwar mit einer Welle des Protests aus der Branche und aus der Opposition begleitet worden, blieben aber [mehr]

Jan 302017
 

Die Seele überragt den Tod Von Klaus A. Baier 1. Viele reden von der Seele – nur wir Theologen trauen uns nicht. Ich gebe es ja gleich zu. Ich habe Probleme mit dem Wort Seele. Ich habe sie lange verdrängt. Ich hielt mich an Wittgensteins Maxime „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“, dass man also nichts sagt, als was sich sagen lässt und einem, der etwas Metaphysisches sagt, nachweist, das er gewissen Zeichen in seinen Sätzen keine Bedeutung gegeben hat – und das hinsichtlich metaphysischer Redeweise auch nie wird leisten können. Wir können zwar bestimmte Phänomene [mehr]

Mrz 132016
 

Rezension zur Neuauflage von „Ursprung und Gegenwart“ Von Peter Gottwald 65 Jahre nach dem ersten Erscheinen und 40 Jahre nach Erscheinen der revidierten und erweiterten Fassung wird nun Jean Gebsers Werk „Ursprung und Gegenwart“ im Chronos-Verlag Zürich erneut herausgegeben. Mit welchen Worten könnte man den Heutigen dieses epochale Werk ans Herz legen? So viele Jahre hat es den Einen schon Mut gemacht (unter ihnen der Jesuitenpater und Zenlehrer Hugo-Makibi Enomya-Lassalle sowie Carl-Friedrich von Weizsäcker), Andere haben es als „Esoterik“ abgelehnt. Für den Amerikaner Ken Wilber wurde Gebser zum Kronzeugen in seinem eigenen Prozess der Selbst- und Standortbestimmung im Universum. [mehr]

Feb 182016
 

Neepes Opa Von Hartmut Oskar Mensendiek, Bremen Ich habe ihn als friedlichen, zurückhaltenden, ja oft auch wortkargen Mann in Erinnerung, den Bruder und Nachbarn meiner Großmutter in Oldenhöfen: Neepes Opa (Johann Behrens).Und durch Zufall fand ich seinen Namen im Zusammenhang mit einem Kriegswirtschaftsvergehen im Internet auf der Seite des Niedersächsischen Landesarchivs in Stade.1 Hier wurden er, Hoops Hinrich2 (Schröder), Hilmers Johann (Lüdemann), Hoyns Fritz (Meinken) aus Wittkopsbostel und Waaken Hinrich (Mahnken) aus Oldenhöfen (Bem.: ich benutze die Hausnamen) in einem Prozess im Jahre 1943/44 erwähnt (Siehe Rep. 72/172 Verden Nr. 1147): „Die Angeklagten haben fortgesetzt Rohstoffe und Erzeugnisse, die [mehr]

Jan 292016
 

Byung-Chul Han: „Tut mir leid, aber das sind Tatsachen“ Von Niels Boeing und Andreas Lebert Die für das Treffen vereinbarte Uhrzeit ist seit zehn Minuten überschritten. Lässt er uns sitzen? Da kommt Han mit dem Fahrrad die Straße herunter. Er setzt sich und bestellt eine Cola. ZEIT Wissen: Woher kommen Sie gerade? Byung-Chul Han: Vom Schreibtisch, wie immer. ZEIT Wissen: Woran arbeiten Sie? Han: Ich schreibe an einem neuen Buch über das Schöne. Den Entschluss habe ich gefasst, als ich ein Interview mit Botho Strauss las. Auf die Frage „Was fehlt Ihnen?“ antwortet Botho Strauss: „Das Schöne.“ Mehr hat [mehr]

Jan 222016
 

Bericht über die Flucht nach Deutschland Von Carolin Henkenberens Der Jeside Lavinj* ist aus dem Sindschar-Gebirge vor der Terrormiliz Daesch geflohen. Vier Wochen hat Lavinj seine Flucht vorbereitet, der Entschluss reifte viel länger. Es sind Wochen zwischen Vorfreude und Verzweiflung, zwischen Hoffnung und Trauer. Wochen, in denen es immer wieder vor und oft zurück geht, weil es mal so scheint, als würde alles platzen. Weil das Geld nicht reicht, weil die Familie nicht einverstanden ist, dass er nach Deutschland gehen will. In anderen Momenten scheint alles so einfach zu sein, Euphorie macht sich breit. Kennengelernt hat die Autorin Lavinj [mehr]

Jan 202016
 

Sternstunden der Philosophie „Es macht keinen Sinn, auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen an unbegrenztes Wachstum zu glauben.“ Es sind Sätze wie diese, die Jane Goodall berühmt gemacht haben. Die Umweltaktivistin, Schimpansenforscherin und UN-Friedensbotschafterin ist eine der außergewöhnlichsten Frauen unserer Zeit. Links 3sat Jane Goodall – Wikipedia Weitere Videos auf dieser Webseite

Dez 262015
 

… zum Abendmahl. Und zur Reformationsfeier! Der evangelische Kabarettist und die katholische Politikerin über religiösen Prunk und heilende Kräfte chrismon: Singen Sie mal „Viel Glück und viel Segen“. Julia Klöckner: …auf all deinen Wegen, Gesundheit und Frohsinn sei auch mit dabei. Eckart von Hirschhausen: Ich singe auch „Frohsinn“, aber mein Vater hat „Wohlstand“ gesungen. Er kam als Flüchtling nach Deutschland und hat sich ganz im protestantischen Sinne durch Bildung befreit. Daher verstehe ich, dass Wohlstand im Sinne von Wohlergehen Teil des Segens sein kann. Klöckner: Wohlstand ist nichts Unanständiges. Wenn der Wohlstand für viele ist und wenn wir ihn [mehr]

Dez 262015
 

Alles eilt Von Byung-Chul Han „Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus. Zu keiner Zeit haben die Tätigen, das heißt die Ruhelosen, mehr gegolten. Es gehört deshalb zu den notwendigen Korrekturen, welche man am Charakter der Menschheit vornehmen muss, das beschauliche Element in großem Maße zu verstärken.“ (Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches ) Die neoliberale Politik hat sämtliche Zeitformen zerstört, die der Logik der Effizienz und des Kapitals im Wege stehen. Dies macht krank und zerstört die Seele. Deshalb brauchen wir eine andere Zeit: Die Zeit als Gabe. Nicht jede Zeitform lässt sich beschleunigen. Es [mehr]

Dez 122015
 

Die heilige Johanna und der Schuft Von Peter Rühmkorf Wie es wirklich damals war mit Ulrike Meinhof und den Nachkriegswirren der Linken, dem Terrorismus und anderen Überkandideltheiten. Ich kannte Klaus Röhl von der Schule, das heißt, vom Athenaeum in Stade her, allerdings war er eine Klasse über mir, was zunächst nur zu einem lockeren Verbindungsfaden führte. Eine innigere Berührung ergab sich erst, als Klaus mit einem Freund ein Puppentheater gegründet hatte, da hab‘ ich ihn dann, über meine Mutter, die dort Lehrerin war, an die Warstader Volksschule vermittelt. Die beiden schliefen bei uns im Haus, was dann sofort zu [mehr]