Jan 192017
 

Martin Niemöller am 26. Juli 1961 in Treuenbrietzen Von Willibald Jacob In jedem Jahr unternimmt der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mindestens eine Vortragsreise in die DDR und besucht dabei fast an jedem Tag eine Kirchengemeinde; wenn nicht gar zwei. Viele Menschen möchten diesen Mann hören, andere bleiben mit deutlicher Ablehnung zu Hause. Im Frühsommer 1961 gebe ich bekannt, dass ich Martin Niemöller nach Treuenbrietzen eingeladen habe. Ein Ladenbesitzer reagiert: „Wenn Bischof Dibelius gekommen wäre, dann hätten wir unser Geschäft zugemacht und wären in die Kirche gekommen.“ Der synodale (politische) Disput von 1950 beginnt auf einer [mehr]

Jan 172017
 

GLOBALISIERUNG ODER NATIONALISMUS Von Colin Crouch Die traditionellen Identitäten der Wähler in den westlichen Industrieländern haben ihren Daseinszweck verloren. Darunter leiden vor allem die Sozialdemokraten. Als 2008 die Finanzkrise die Welt erschütterte, richtete sich die Wut der Menschen vor allem gegen die Eliten in der Finanzwelt und in der Politik. Inzwischen leben Ausländerhass und Einwandererfeindlichkeit wieder auf. Diese Entwicklung lässt sich nicht verstehen, ohne die Veränderungen zu betrachten, die sich zurzeit auf den beiden wichtigsten Achsen der politischen Konflikte in modernen Gesellschaften vollziehen, zwischen Umverteilung und Ungleichheit auf der einen Achse sowie liberalen und autoritären beziehungsweise nationalistischen Werten auf [mehr]

Jan 152017
 

Erinnerung an 33 Jahre Sozialarbeit in Indien Protokoll einer Reise nach Indien vom 23. Oktober bis 6. November 2016 Von Willibald Jacob, Govindpur/Berlin 2016 Arbeitsgemeinschaft Indien Craftsmen Trainings Center (CTC) und Entwicklungspolitische Gesellschaft (EPOG) bei Solidaritätsdienst Interntional e.V. (SODI) Inhalt Erste und letzte Eindrücke Einige der letzten Dörfer der Welt 25. Oktober 2016 – Burda in Westbengalen 26. Oktober 2016 – Fahrt nach Govindpur Exkurs: Aufstand im Dschungel 27. Oktober 2016 – Die Kirchenfarm und Benjamin’s Wald 27. Oktober 2016 – Das Dorf Chalungi 28. Oktober 2016 – Fahrt in den Urwald: Kahupani 29. Oktober 2016 – Auf dem [mehr]

Jan 142017
 

Bauern – Pastoren – Handwerker Von Willibald Jacob  Inhalt Vorwort   Zehn Dorfgeschichten Kaika – Vorbild am Rande des Dschungels  Govindpur-Gusatoli – Der Dorftischler wird Fahrlehrer   Burda – Von der Fahrschule zur Schmiede  Nunia – Pracharak und Zuckerrohrbauer Lomboi-Ginikera – Die ambulante Fahrschule  Govindpur – Holzmangel, der Teich und der deutsche Baumgärtner  Bano-Lacheagarh – Fahrschule, Reparaturwerkstatt und der Pfarrer als Betriebsleiter Karimati – Die Mangoplantage und der Parish Chairman als Baumgärtner Hulhundu – Wissenschaft und Natur Kahupani – ein Neuanfang – ein Weg wohin?  Fünf Gedanken zur Arbeit der Craftsmen Training Centres  Jugend ohne Bildung?   Kooperation mit Nichtchristen  Training [mehr]

Dez 202016
 

Grenzen und Kolonialismus Von Willibald Jacob, Pfingsten 2016 Ein uraltes Thema. Und wir haben einen der größten Dichter als Zeugen: Homer. Sein Anti-Kriegs-Drama „Ilias“ handelt von Grenzen, der Entstehung von Reichen, von Kriegen zwischen der Hüterin der Meerenge Troja und in seiner „Odyssee“ von den Kolonien der Griechen. Der Krieg gehört zu Grenzen und Kolonien. Als Troja unterging, floh der legendäre Gründer Roms, Äneas. Fortsetzung

Dez 022016
 

Christ und Krieg Von Martin Niemöller, Treuenbrietzen 26.07.1961 Inhalt Christ und Krieg Meine Erfahrung Das konstantinische Bündnis Die Lehre vom gerechten Krieg Die neuere Entwicklung Die Botschaft Jesu heute Christ und Krieg Ich glaube nicht, dass ich damit ein Thema behandele, das irgend­einen von uns kühl lassen könnte. Ich glaube auch nicht, dass ich das Thema so behandele, dass hinterher jeder mit dem, was ich sagen muss und sagen werde, einverstanden ist. Christ und Krieg, da geht es nicht nur um eine Beschreibung, wie ist das Verhältnis des Christen zum Kriege gewesen und wie ist es heute, sondern hier [mehr]

Nov 252016
 

Die Suche nach der Seele einer Stadt Von Willibald Jacob Inhalt I. In der DDR 1. 1961 und die Folgen 2. Rabbiner Riesenburger in Treuenbrietzen 3. Ein unauflöslicher Komplex 4. Was ist die Bekennende Kirche? II. Deutschland einig Vaterland 1. Die PDS in Treuenbrietzen 1994, Hellmut Päpke 2. Die unerledigte Aufgabe, Aaron Isaak 3. Ein Brief an Bürgermeister Carsten Cornelius 1997 4. Die nächste Generation: Projekttage gegen Gewalt am Gymnasium Treuenbrietzen 2001 Ausblick Nachwort von Bodo Förster und Gianfranco Ceccanei Anmerkungen Links Vorwort Treuenbrietzen ist keine vergessene Kleinstadt von etwa 7000 Einwohnern zwischen Potsdam und Wittenberg. Treuenbrietzen ist ein [mehr]

Okt 312016
 

Ernestinische Kurfürsten von Sachsen Die Wettiner, benannt nach der Stammburg Wettin in der Nähe von Halle an der Saale, sind die am längsten regierende Dynastie in Deutschland. Sie wurden im Jahr 1089 mit der Markgrafschaft Meißen belehnt, haben sich im Wesentlichen auf den vorgegebenen territorialen Raum zwischen Erzgebirge, Thüringer Wald, Harz und Unterlauf der Elbe beschränkt und auf große politische Ziele verzichtet. Sie waren aber mit den größten europäischen Königshäusern gleichrangig verbunden. Ihre höchste Entwicklung hatten die Wettiner im 15. Jahrhundert als Friedrich IV. (1370-1428) im Jahr 1423 zum Kurfürsten ernannt wurde. Er zählte damit zu den sieben Fürsten, [mehr]

Okt 292016
 

Gedanken anlässlich des Reformationsgedenkens 2017 Von Carl Beleites Für Luther war dieses ein feststehender Satz „Alle Obrigkeit ist von Gott“. Weil es so wenig Christen gibt, sind Obrigkeiten Gottes barmherzige Gabe, die Bösen in Schranken zu halten. Wenn jedoch alle Menschen in christlicher Liebe leben würden, dann wären alle Obrigkeiten überflüssig, denn sie würden in Verantwortung und Liebe das Zusammenleben meistern. Aber dem ist ja nicht so. In der Schrift „Ob Kriegsleute in seligen Stande sein Können“ rühmt er sich seit der Apostel Zeit hätte keiner das Schwert, die Obrigkeit so begründet wie er. Wir lassen es offen, was [mehr]

Okt 292016
 

Grenzen? Beitrag zum Thema „Grenzen“ der ÖJD-Senioren-Tagung Oktober 2016 in Neudietendorf Von Nico Plomp Wieviel Grenzen brauchen wir, um unsere Zivilisation mit Menschenrechten und Demokratie zu behalten und durchzusetzen. Wieviel Einwanderer fremder ethnischer Herkunft können wir finanziell, sozial, ökonomisch und psychologisch verkraften? Was bedeutet es, im Positiven und Negativen für die Menschen in Dörfern und Städten, wenn Flüchtlingen kommen? Was machen wir mit dem moralischen Appel, wenn große Massen sich dagegen wehren. Wie führen wir die Diskussion mit den Kollegen und Kolleginnen, den Nachbarinnen und Nachbarn, die sich über Flüchtlinge, Muslime und Ausländer extrem äußern oder feindlich handeln? Was [mehr]