Ilse-Marie Rotenberg, 19041944 (aged 39 years)

Name
Ilse-Marie /Rotenberg/
Surname
Rotenberg
Given names
Ilse-Marie
Birth
Occupation
Krankenschwester und Fürsogerin
Death of a paternal grandfather
Death of a paternal grandmother
Death of a maternal grandmother
Death of a brother
Death of a son
Death
Family with parents
father
Rotenberg, Heinrich und Gertrud
18681945
Birth: January 21, 1868 36 26 Deutschland
Death: February 19, 1945Deutschland
mother
Rotenberg, Gertrud
18781968
Birth: July 19, 1878 34 23 Deutschland
Death: November 11, 1968Deutschland
Marriage MarriageNovember 24, 1898Ghasipur, Indien
13 months
elder sister
14 months
elder brother
14 months
elder brother
15 months
elder sister
15 months
herself
19041944
Birth: October 16, 1904 36 26 Indien
Death: April 4, 1944Polen
15 months
younger sister
19061945
Birth: January 22, 1906 38 27
Death: December 26, 1945
2 years
younger brother
4 years
younger brother
19111945
Birth: November 2, 1911 43 33
Death: September 5, 1945
6 years
younger brother
Family with Wilhelm Marquardt
husband
19011971
Birth: August 18, 1901 27 25 Polen
Death: August 26, 1971Deutschland
herself
19041944
Birth: October 16, 1904 36 26 Indien
Death: April 4, 1944Polen
son
Private
son
Private
son
son
Private
son
Private
Source citation
Note

Beschreibung von Wilhelm Marquardt: Sie hatte in Berlin-Friedenau das Königin-Luise-Gymnasium besucht, wurde 1924 - 26 in Erfurt als Krankenschwester ausgebildet (Zehlendorfer Diakonie-Verein), besuchte 1926-28 die Soziale Frauenschule der Inneren Mission (Gräfin v.d.Schulenburg), war als Praktikantin der Tuberkulose-Fürsorge in Stettin tätig, dann als Kreisfürsorgerin in Jüteborg.

Sie starb am 04.o4.1944 in Gr. Jestin bei Kolberg, wenige Tage nach dem Tod ihres Sohnes "Friederlein".

Erinnerung von Hans Marquardt an seine Mutter: Wie Mutter mit uns Kindern Abendandacht hielt. Da Ati im Krieg an der Front war, hielt Mutter mit uns Kindern die obligatorische Abendandacht. Nach dem Abendessen räumten wie gemeinsam den Tisch ab. Danach nahmen Mutter am Kopfende des Tisches und wir Kinder auf unseren Stühlen wieder Platz. Nun holte Mutter aus dem Musikzimmer jenen "Stapel" herbei, der aus dem Andachtsbuch ("Abendsegen für christliche Familie" von Prof. Paul Wurster, Karlsruhe 1907) bestand und mehreren Gesangbücher und auf dem Nähisch seinen Platz hatte. Sie verteilte die Gesangbücher an uns Kinder. Wir begannen mit einem Lied. Danach las Mutter die Andacht des Tages vor, der ein Gebet folgte. Die Andacht schloss mit einem Abendlied. Durch diese Andachten im stillen Esszimmer im traulichen Schein der tiefhängenden Deckenlampe in dichter geistlicher Atmosphäre holte zunächst Mutter sich die Kraft zur Bewältigung des Alltages in Haus und Gemeinde, den sie in schwerer Zeit ohne Atis Beistand zu bestehen hatte. Täglich konnte ja die Gefallenenanzeige Atis eintreffen. Der Kirchenkampf liess auch Mutter nicht unberührt. Hinzu kam die alleinige Verantwortung für Erziehung der fünf Kinder sowie die Beschaffung von Lebensmitteln bei niemals ausreichenden Lebensmittelkarten.

Ein bleibendes, das Leben ihrer Kinder prägendes Verdienst erwarb sich Mutter nun aber darin, dass sie uns Kindern die geistliche Glaubensgrundlage schenkte, die uns nun lebenslang trägt. Wenn wir Kinder nun als Erwachsene imGlauben an unseren lebendigen Herrn und Heiland stehen, verdanken wir das den Abendandachten in Triebs. Mutter verfügte weder über religionspädagogische Kenntnisse. 0bwohl wir Kinder die Andachten des"Wurster" aus dem Jahre 1907 sowie den Sinn der Gesangbuchlieder schwerlich verstanden haben, bildeten geistliche Atmosphäre und Abendandachten und in erster Linie das Vorbild im Glauben, das Mutter bot, die Frucht ihres Glaubens. Das Vorbild eines gelebten Glaubens der Eltern gibt in der christlichen Erziehung den Ausschlag. Mutter war bewusst, dass Eltern sich und ihren Kindern eine Hausandacht schuldig sind.